Mitblogger mit Kenntnisse der
südosteuropäischen Kulturen gesucht.



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Petra tou Romiou/Geburtsstätte der Aphordite



Zypern. Wunderschönes Postkartenmotiv bei Paphos. Reisebuse wie Mietwagen bleiben für die obligate Fotosession stehen. Die Reiseleiter bereiten die Touristen rechtzeitig vor, dass sie hier die "sagenhafte" Stelle erleben werden, wo einst Aphrodite, die Göttin der Liebe geboren wurde. Der längliche Fels in der Brandung soll der abgeschnittene Penis des Uranos sein.
Die Reiseleiter nennen den griechischen Namen: Petra tou Romiou, auf deutsch der Stein des Griechen, ist nach der Sage mit dem Namen des Legendaeren “DIGENIS AKRITAS”, Grenszwaerten zur byezantinischen Zeit, verbunden. Digenis Akritas hat mit seinen ausgewoehnilichen Kraeften, die “Sarakinen”, die das Land pluendern wollten, an die Kueste aufgehalten. Digenis Akritas hat nach der Sage diesen riesigen Felsen in die Hoehe gehoben und ins Meer geworfen. Dadurch hat er die feindlichen Schiffe zerstoert.




Ähnliches erzählte man sich über die Pentadaktylos-Gebirge im Norden Zyperns, über dem Gebirgsmassiv in der Form einer Faust mit fünf Fingern, die aus dem türkisch besetzten Nordzypern aufragen. Dies war die Faust des Griechen, die die Steine über die herannahnden Sarazenen warf.

Wie kommt es nur, dass die Touristen so wenig darüber erfahren wollen. Man will baden; man will Aphrodites Spuren entdecken; man besichtigt die weltberühmten Mosaiken von Nea Paphos; man macht Wandertouren in den Trodosgebirge und siehst sich byzantinischen Kirchen, die wie viele kleine Kostbarkeiten zwischen den Bergen zerstreut sind.

Aber wenige, sehr wenige europäische Touristen wollen wissen, wie es war, als Lala Mustafa Pasha den venezianischen Gouverneur der Insel, Bragadino beim lebendigen Leibe häutete...

1570 began der Ansturm türkischer Invasionstruppen. Zunächst wurde Nicosia belagert und eingenommen, dann marschierten die Türken mit 200.000 Mann auf Famagusta. Die Belagerung dauerte fast ein Jahr, währenddessen die türkische Übermacht sechsmal zrückgeschlagen werden konnte. Schließlich blieben von ursrprünglich 10.000 Mann Besatzung in Famagusta nur etwa 400 übrig, die drohten, Hungers zu sterben. Also bot der Kommandant von Famagusta, Marcantonio Bragadino, am 1. August 1571 die Kapitulation an.
Die Türken dankten es ihm nicht: Der Kommandant der türkischen Truppen, Lala Mustafa Pasha, schnitt Bragadino persönlich die Ohren und die Nase ab, nachdem die verbliebenen Männer Bragadins massakriert worden waren. Schließlich wurde ihm auch noch beim lebendigem Leibe die haut abgezogen, die dann mit Stroh ausgestopft als Trophäe nach Konstantinopel ebracht wurde. Erst später konnten die sterblichen Überreste von einem patriotischen Venezianer in Konstantinopel gestolen und nach Venedig gebracht werden, wo sie heute in einer Urne in der Kirche Giovanni e Paolo liegen.

Wieso wollte die EU eben diese Zyprioten zwingen, sich 2003 mit der türkischen Invasoren im Norden der Insel zu vereinigen? Wieso konnten die hohen Herren aus Brüssel nicht begreiffen, was im zyprischen Herz steckt?
Man buckelt heute so eifrig vor die Efendis aus Ankara. Aber was ist mit den Zyprioten? Haben sie keine Ehre? Ankara hat Südzypern als souveränen Staat bis heute nicht anerkannt, ein Fakt, was anbetracht der langen Besatzungsgeschichte durch den Osmanischen Reich eine besondere Bedeutung hat. Man ist sehr besorgt, die Türkei nicht zu beleidigen. Aber wieso kümmert man sich so wenig um die Befindlichkeit Zyperns?
14.10.06 23:16


Über uns

In den politisch korrekten Kreisen Westeuropas ist es besonders wichtig, weniger entwickelten Kulturen gleichwertig zu behandeln. Der politsch korrekter Politiker, Künstler, Itellektueller oder Medienmensch wird im vorauseilenden Gehorsam alle Kulturen gleichwertig behandeln, damit ihm der teuflische Vorwurf der "Rassismus" und "Diskrimminierung" nicht ereilen kann. Denn auf wen einmal dieser Vorwurf gefallen ist, wird sich nie mehr reinwaschen können. Diese vorauseilende Gleichstellung ist zu einer dermaßen zwingenden Reflexreaktion des westeuropäischen Gutmenschen geworden, dass es bereits ausreicht, wenn irgendwo im Zamundistan ein paar Hirten einige selbstgenähte Flaggen und eine selbstgebastelte Strohpuppe niederbrennen, sich kräftig beleidigt führen und dies laut kundtun, damit die Gutmenschen Westeuropas sich gehorsam entschuldigen.

Wenn dann noch irgendwo ein islamischer Geistlicher eine Fatwa ausgesprochen hat, reicht ein einfaches Bedauern oder eine einfache Entschuldigung nicht mehr. Man sollte sich vielleicht dreimal nach Mekka verbeugen, sich dreimal entschuldigen und drei neue Zugeständnisse an den Islam einräumen.

Damit kann der Gutmensch in voller Harmonie inmitten seiner multikulturellen Träume leben, so lange er die andere nichtislamische Völker nicht hören muß, deren Ehre er ständig verletzt, während er den Söhnen Mohameds schöntut.

Wie inkorrekt solche politisch korrekte Haltung sein kann, wie beleidigend diese Haltung gegenüber der Völker Südosteuropas ist, bedenkt niemand. Die einzige Sorge der Gutmenschen ist heute, dass sie die Türken nicht beleidigen wollen. Die anderen Völker, die einst von den Türken unterjocht waren, darf man nach Strich und Faden beleidigen. Diese Völker haben inzwischen gelernt, ihre Geschichte mit zweierlei Maß aufzuarbeiten: einmal für sich und einmal für die Westeuropäer.

Wir wollen hier ein paar solche Geschichten kennenlernen.

15.10.06 00:26


Der Bosnienkrieg ohne die Gutmenschenbrille

Wenn man die Gutmenschenbrille abnimmt, sieht man beide Seiten im Bosnienkrieg. Aus allen Ländern strömten vor über zehn Jahren kampfsüchtige Mudjahedins nach Bosnien, viele von ihnen mit einem beachtenswerten Terroristenlaufbahn.

Siehe Video:

http://actuajihad.wordpress.com/2006/03/20/an-important-video-jihad-in-bosnia/

15.10.06 01:39


Was führte zu dem Masaker von Srebrenica - Nasir Oric



Während des Bosnienkriegs war der moslemische Komandant Naser Oric Befehlshaber der Enklave Srebrenica. Er hatte von hier aus zahllose Angriffe in die serbischen Ortschaften geführt, vor allem um Srebrenica und Bratunac.






Am 12. Februar 2004 sagte General Morillon vor dem internationalen Tribunal in La Hague aus, dass Naser Oric, der Komandant von Srebrenica "Angriffe während der orthodoxen Feiertagen gegen die serbische Bevölkerung führte und zerstörte ihre Dörfer, masakrierte ihre Bevölkerung. Dies erzeugte einen in dem Gebiet um Bratunac ungewöhnlich großen Haß und veranlasste die Bevölkerung - genauer gesagt die gesamte serbische Bevölkerung - sich gegen die Vorstellung aufzulehnen, dass eine humanitäre Hilfe die Lage verbessern könnte.

Vom ICTY Anklage gefragt, wie Oric die serbische Gefangenen behandelt hatte, antwortete General Morillon, der ihn gut kannte: "Naser Oric war ein Kriegsherr, der mit terror über seinem Gebiet und über die Bevölkerung herrschte. Ich glaube, dass er bergriff, dass dies die Gesetze dieses fürchterlichen Krieges waren, dass er sich nicht leisten konnte, Gefangenen zu machen. Wie ich mich erinnere, suchte er nicht einmal nach Ausreden. Seine Haltung war einfach: Man kann sich nicht von den Gefangenen aufhalten lassen."

Morillon erzählte, wie "die Serben mich zu einem Dorf mitnahmen und mir die Evacuierung der Leichnamen zeigten, die in einem Loch in die Nähe von Bratunac geworfen waren. Und dort habe ich begriffen, wie diese blutige Situation [...] zu einer anderen Situation führte. Ich fürchtete, dass das schlimmste geschehen würde, wenn die Serben nach Srebrenica vordringen würden.

Ich fürchtete, dass die Serben von Bratunac, diese Millitiamänner, für alles  ihre Rache nehmen würden, wofür sie Nasir Oric verantwortlich hielten. Sie wollten nicht nur an Nasir Oric Rache nehmen, sie wollten ihre Toten an den orthodoxen Weihnachten rächen." 

Aus:  http://www.freewebs.com/genocideagainstserb/1bosnianmuslimhero.htm

15.10.06 02:19


Kreta: Die Geschichte Arkadis

Arkadi ist das griechische http://de.wikipedia.org/wiki/Masada target="_blank">Masada. Kennt jemand die Geschichte? Kennt jemand, der kein Griecher ist, die Geschichte? Wir sprechen nicht von der wunderschönen Land Arkadienen des antiken Griechenland, sondern vom Kloster Arkadi und von jenen 800, 1500 oder gar mehr Griechen, die dort im Jahre 1866 kollektiven Selbstmord begingen, damit sie nicht den Türken in die Hände fielen. Ihre genaue Zahl weiß man heute nicht mehr.

Wir wollen die Geschichte aus  mehreren Perspektiven kennen lernen.

Zunächst ein paar Fragmenten aus der Broschüre "Das Arkadi Kloster. Geschichte - Kunst - Traditionen" von Theocharis Provatakis. Die Broschüre ist im Kloster Souvenirladen des Klosters erhältlich.

 
Das Arkadi Kloster

Die Arkadi Tragödie 

Kreta war zweihundertfünfzig Jahre von den Türken besetzt, und die Insel blutbefleckt von wiederholten Aufstaenden, wie der von Daskaloyianni 1770 gefuehrte, gefolgt von dem, gegen die Yenitsari 1821 (...) In den schweren Jahren des Kampfes für die Freiheit, verblieb der Kampfgeist der Kretenser ungebrochen. Sie waren von dem einen Wunsch besessen, die Insel zu befreien und mit dem Mutterland zu vereinen.

Der Aufstandvon 1866 war ein ernster Schlag für das türkische Reich, kostete finanzielle Verluste und erschütterte das Prestige der Armee. Von Anfang an, war das Arkadi Kloster Mittelpunkt der revolutionären Aktivitäten, auf Grund seiner strategische Lage. Deshalb versammelten sich hier am 1. Mai 1866, 15.000 Aufständische unter Hatzi Michael Giammaris, Führer der Kydonier und beschlossen den Gegenangriff. Während der Versammlung wurde für jede Provinz ein Vertreter gewählt. President für das Rethymno Kommitte wurde der ABt des Arkadi Klosters, Gabriel Marinakis, aus Margarites, im Bezirk Mylopotamos. Von imposanter Statur und sportlicher Haltung, war er eine eindrucksvolle Persönlichkeit.



Abt Gabriel
Abt Gabriel


Als Ismael Pasha von diesen Aktivitäten erfuhr, liess er dem Abt durch den Bischof von Rethymno, Kallinikos Nikolatakis, eine Botschaft überbringen, in der er begehrte, das Kommittee aufzulösen, oder er würde das Kloster zerstören. Der Abt weigerte sich jedoch. Im Juli sandte Ismael Truppen, um das Kommitte aufzulöesen. (...) Diese Nachricht lste Uneinigkeit zwischen den Mitgliedern aus. Hatzi Neophitos, ein alter, bärtiger Mönch sprach zuerst:

"Schick das Kommittee fort, Abt. Sonst wird man uns beschuldigen, an der Zerstörung des Klosters Schuld zu sein."

Der Abt sah ihn gelassen an und erwiederte:

"Geh' selbst, wenn Du Dich fürchtest. Das Kommittee bleibt!"

Der alte Mann beharrte aber, und der Abt, ihm in die Augen schauend, sagte:

"Neophitos, Neophitos, schau mich an, und höre was ich Dir zu sagen habe! Siehst Du ie verrussten Balken, die aus dem 1821 Aufstand stammen?"

"Ja, die sehe ich".

"Mit deren Staub werde ich die Gesichter derer beschmieren, welche mich beschuldigen sollten, das Kloster für die Freiheit und Grösse unserer Nation, auf's Spiel gesetzt zu haben".

"In diesem Fall, ABt, lasst uns weiter kämpfen, und wo Du sterben solltest, will ich auch sterben. Ich wünschte es wäre schon morgen!"

Nach diesem Beshcluss, würde über Verteidigungsmassnahmen verhandelt. (...)Auch die Frauen und Kinder der Freiheitskämpfer bestanden darauf:

"Was unseren Männern geschehen mag, soll auch unser Schicksal sein."

Koroneos [Panos Koroneos war der kommandierende General der Aufständischen] blieb bei seinem Beschluss, den Ausgang des Kampfes voraussehend:

"Ich kam, um für mein Land mein Leben zu lassen, nicht aber um lebend in Gefangenschaft zu geraten".

Als niemand ihn erhörte, riet er die Ställe zu vernichten, damit der Feind sie nicht benutzen konnte. Auch liess er Bienen sammeln, um diese als Waffen gegen die Türken zu verwenden. Anschliessend machte er Ioannis Dimakopoulos, aus Gortynia auf dem Peleponnes, zum Kommandeur der Garnison, und verliess mit seinen Soldaten das Kloster. In dessen Mauern eine grosse ANzahl von Frauen und Kindern aus den umliegenden Dörfern, Zuflucht gesucht hatten. Es befanden sich am 7. November 1866, 964 Menschen in Arkadi, 325 Männer, davon 259 bewaffnet, der Rest waren Frauen und Kinder.

Da Arkadi der Mittelpunkt der Verschwörung war, gab Mustapha Pasha den Befehl zum Sturm auf das Kloster. Bei Tagesanbruch des 8. November 1866 marschierten die Türken, geführt vom Schwager des Bey's, Mustapha Suleiman, in Richtung Arkadi. Der Bey selbst blieb im Dorf Messi zurück.

Am Morgen des gleichen Tages hielten die MÄnner, Frauen und Kinder in der Kirche Morgenandacht. Gerade als der Abt Gabriel die Hochmesse zelebrierte (Michaelismesse), erreichte ihn die Botschaft vom Anmarsch der Türken. Er erhob die Hände im Gebet, bekreuzigte sich und sagte:

"Meine Kinder, es gibt keinen Tod. Lasst uns heldenhaft kämpfen, damit wir vor unserem Schöpfer mit reinen HÄnden dastehen. Es lebe der Krieg, es lebe die Freiheit".

"Sie möge immer leben!" stimmte die Versammlung ein. Danach beteten sie zu Gott. ANschliessend befehligte der Kommandeur:

"Auf Eure Plätze Männer!"

Bald hörte man Suleiman die KÄmpfer zur Kapitulation auffordern. Er hatte Posten auf dem Hügel Kore, gegenüber dem Kloster, bezogen. Es antworteten ihm nur Gewersalven. Das Klosterbanner, die Metamorphose darstellend, wehte stolz über dem Westtor. In der nordwestlichen Ecke wehte die blau-weisse Fahne des Anführers George Daskalakis. Viele Male brach der Mast unter Beschuss zusammen, wurde aber von den christlichen Verteidigern immer wieder aufgerichtet.

Selbst die Frauen halfen mit. Sie trugen Munition und Trinkwasser herbei. Als die Türken versuchten das Tor einzubrechen, wehrten die Eingeschlossenen ab. Der Kampf dauerte den ganzen Tag, den Klosterkomplex mit Leichen übersäend. Es began zu regnen, als die Schlacht endlich abbrach.

Jeder Moment der verstrich, machte die Hoffnung auf Rettung zunichte. Die Türken schafften von Rethymno zwei Kanonen herbei. Einen davon nannten sie "Koutsahila". Diese stellten sie in den ehemaligen Ställen auf. In dieser Nacht beriet man im Kloster, Hilfe von Amari herbeizurufen. Man schickte die Mönche Kraniotis aus Krana, in Mylopotamos, und Adam Papadakis aus Pikiri, in Rethymno, mit einem Brief zu Koroneos, der sich in Klisidi, Amari befand. Die beiden wurden an Seilen aus einem Fesnter über dem kleinen Südtor herabgelassen. Sie gaben sich als Türken aus, und konnten so ungehindert passieren.

Nachdem ihre Mission ausgeführt war, kehrte Papadakis zum Kloster zurück, in der Gewissheit, seinem Tode entgegen zu gehen. Unzweifelhaft war er einer der mutigsten aller Arkadi Helden, denn wissentlich marschierte er in sein Grab, obwohl er in Freiheit gewesen war, weitab von dem, ihn nun umgebenden Höllenfeuer.

In der Nacht des 8. November rief die Klosterglocke die Gläubigne zur Messe. Gealterte Krieger, Frauen, Männer und Kinder drängten zum Altar, um die letzten Sakramente zu empfangen. Ein letztes Mal ermutigte sie der Abt, im Glauben an Jesus Christi, zu dem Opfer, dass von ihnen verlangt wurde. Selbst die Jüngsten merkten, dass dieses, die letzten Stunden ihres Lebens sein würden. Unbeschreiblich das Heldentum, welches sie bewiesen, die Belagerten, jedoch freien Kämpfer des Arkadi Klosters. Sie waren besiegt, und kämpften nun für ihren Glauben, ihre Religion und ihr Land.

Der 9. November brach an, und die Schlacht began aufs Neue. Die Klostermauern erzitterten unter dem Beschuss der Kanonen, bis schliesslich das Westtor einstürzte. Im Kloster brüllten die Löwen, während draussen die Tieger vor Gier tobten. Die Schreie der Frauen, der Lärm der Kanonen und das bestialische Brüllen der Türken, überflutete die Gegend meilenweit. Der Abt eilte von Gruppe zu Gruppe, tröstend und ratgebend:

"Wer noch am Leben ist, wenn die Türken übernehmen, begibt sich sofort ins Arsenal beim Kastrini Tor. Dort wird Feuer gelegt, damit wir alle in der Feuerbrunst sterben, und nicht in die Hände der Türken fallen".

Der Kampf dauerte an. Die Türken erlitten grosse Verluste, aber auch im Kloster starb einer nach dem anderen. Daskalakis Frau nahm den Toten die WAffen ab, um sie an die Lebenden weiterzugebne. Die Schlacht erreichte den Höhepunkt, als den Kretensern die Munition ausging. Das war der Moment, den die Türken zum Anfall benutzten. Mit Bajonetten, Schwertern und kretenser Dolchen meuchelten sie alles nieder, was sich ihnen in den WEg stellte. Wildschreiende Frauen und Kinder rannten zum Arsenal, ihrem letzten Opfer entgegen, während die Männer den Türken mit nackten Händen entgegen traten. Ein junges Mändchen lief noch einmal in den Hof zurück und rief, so wie Giaboudakis kurz vorher:

"Kommt ins Arsenal!"

Viele Frauen und Kinder leifen in den Flammentod, als dass sie sich den türkischen Peinigern ergeben hätten. Wenige Frauen mit Kleinkindern auf den Armen, eilten ihren Männern zur Hilfe, mit Fingernägeln und Zähnen kämpfend, da sie keine Waffen hatten. Die Hoffnungslosigkeit hatte ihren Höhepunkt erreicht, als die Türken Befehl zum letzten Angriff gaben. Dimakopoulos und andere Kämpfer eilten vorwärts, mit ihren Schertern alles niedermähend. Als die Schwerter zerbrachen, schlossen sie sich in die Kellerzellen ein. Nun, da kein Widerstand mehr vorhanden war, stürmten die Türken von allen Seiten heran.

Es war dunkel, und fast alle Frauen und Kinder im Arsenal versammelt.

Konstantine Giaboudakis
Konstantine Giaboudakis



Konstantinos Giaboudakis, mit einer Pistole in der Hand, war bereit. Man stellte den versammelten Frauen und Kindern, welche sich im oberen Teil des Lagerraumes, und der nahegelegenen Zellen der Mönche Zacharias und Neophitos befanden, zum letzten Male frei, zu gehen, falls sie dieses wollten:

"Ich werde jetzt das Arsenal in Brand setzen, damit wir nicht lebend in Gefangenschaft geraten. Wer will, der gehe nun, damit deren Fluch nicht auf mir lastet".

Hunderte von Türken hatten sich, in dem Verusch die Tür aufzubrechen und die Christen abzuschalchten, vor dem Arsenal versammelt. Als auch die letzten der Türken herbeikamen, bekreuzigte sich Giaboudakis, und zielte auf die Pulverfässer. Eine ungeheuere Flamme schoss auf, gefolgt von einer lauten Explosion.

Die Tragödie war zu Ende. Steine, Körper, KÖpfe, Tonnen und Erde, flogen im Raum umher.



das Arsenal
Der Arsenal, das Ort der Tragödie ist heute eine nationale Gedenkstätte für alle Griechen. Jährlich pilgern unzählige Schulkinder und Erwachsene hierher.

Eine Ballade beschreibt diese Szene wie folgt:


Mitten in diesem Tumult,

wo man des Todes Rassel hörte, 

gab es eine donnernde Explosion.

Die Erde erschütterte und zitterte

und Menschen flogen herum,

Feuer, Rauch, Trümmer

und zerstückelte Körper von  

Männern, Frauen und Kindern 

Erhoben sich himmelwärts. 

Das Kloster stürzte zu einen Steinhaufen zusammen,

und der Psiloritis erschauderte,  

sowie alle Gebirge, und das gesamte Kreta

von einem Ende zum anderen erwiderte das Echo.




Später waren nur noch Rauch und Ruinen zu sehen. Sechsunddreissig junge Kämpfer, denen die Munition ausgegangen war, hatten im Refrektorium Schutz gesucht. Die Türken jedoch brachen die Tür ein, und metzelten alle nieder. (...)

Auf dem Hügel, dem Kloster gegenüber, fand man später grosse Mengen von Patronen. Die dort stationierten Kopten aus Ägypten hatten nicht auf ihre Glaubensbrüder schiessen wollen, und ihre Munition gegen Platzpatronen ausgetauscht.

Nach diesem Massenmord und der Zerstörung des Klosters, öffnete die "Kreta Frage" bisher verschlossene Türen der europäischen Diplomatie, anstatt sie zu schliessen. Das Lodernde Feuer welches den europäischen Geist weckte, brachte eine Änderung der Kreta Politik. Der Anfang des grossen Ringens für die Befreiung der Insel war getan.

Epilog 

Allen Kriegen, Revolutionen und Opfern, welche sich in Kreta über die Jahrhunderte abspielten, ist der Aufstand von Arkadi, dessen Fackelschein alle vergangenen Kämpfe überscheint, der wichtigste. Das Ringen der Kretenser füllt jede Seite im Buch der Geschichte, dieser einmaligen Rasse, und die Arkadi Tragödie, war die grösste, die heftigste von allen. Dnen Arkadi war nicht einfach ein geschichtlicher Augenblick, sondern ein Wunder, dass noch immer leuchtet und lehrt. Diejenigen, welche in Arkadi kämpften, waren nicht mit gleicher Anzahl Gegnern konfrontiert. Nein, für sie bestand kein Zweifel über dne Ausgang der Schlacht. Sie waren nicht zum Kampf gezwungen, sondern kämpften freiwillig. Es gab für sie keine Siegeschancen aber auch nicht die Gefahr, besiegt zu werden. Sie wussten genau, was sie zu tun hatten, wenn ihre Waffen nicht länger zu benutzen waren. Und so, zu einer Zeit, als die Weltmächte sich nicht um unsere Freiheit, sondern um ihren Reichtum kümmerten zog das Arkadi Kloster die Kreta Frage an einer brennenden Fackel auf. Diese grossartige und einmalige Tat erschütterte die zivilisierten Nationen, liess die Regierungen den Zorn der Theorie beführchten, und erlaubte der süssen Dämmerung, Licht auf den Tag zu werfen, an welchem Kreta endlich von den Fesseln der Versklavung befreit würde.

 

18.10.06 13:40


Arkadi II

Hier ist nochmals die Geschichte, diesmal erzählt von Lambert Schneider für den Dumont-Verlag:

Geschichte

Im 19. Jh. hatte bei allen Aufständen der Bevölkerung gegen die türkische Herrschaft das wohlhabende Kloster eine führende Rolle als Widerstandszentrum gespielt. 1866, im Hauptjahr der am Ende militärisch erfolgosen Revolution, war Arkadi Versammlungsort der Anführer, die die regionalen Truppen der Aufständischen kommandierten. Abt Gabriel, der Gastgeber dieses Revolutionstreffens, wurde sogar zum Leiter der Aktivitäten für den Bezirk Rethymnon gewählt und das Kloster zur Zentrale des revolutionären Komitees der Provinz bestimmt.

Natürlich blieben dem in Rethymnon residierenden Pascha diese Aktivitäten nicht verborgen, und natürlich war all dies aus seiner Sicht kein berechtigter Kampf um Reiheit, sondern Separatismus und Terror. An den Abt erließ er die Aufforderung, sich umgehend aus den Aktivitäten der Aufständischen zurückzuziehen und das Kloster nicht als BAsis für militärische Aktionen zu missbrauchen. Abt Gabriel und die Revolutionäre lenkten jedoch nicht ein, ud so entsandte der Pascha ein 15.000 starkes Heer aus türkischen, ägyptischen und albanischen Truppenteilen in die Region. Nur eine relativ kleine Gruppe von Bewaffneten hielt sich zu diesem Zeitpunkt im Kloster auf, dafür aber um so mehr Zivilisten, die sich im Zuge der Unruhen vor dem türkischen Militär hinter die Klostermauern geflüchtet hatten. Die Lage der von den osmanischen Truppen eingeschlossenen Klosterinsassen war aussichtslos. Auch der zuvor mit einem kleinen Kontingent vom griechischen Festland zu Hilfe geeilte General Koroneos hatte dies erkannt und war wieder abgezogen mit dem RAt an die Belagerten, aufzugeben.

Am 8. November 1866 treten die Türken zum Sturm an und nehmen einen Tag später das Kloster ein. Die Belagerten hatten sich zuvor in einer Abstimmung unter Anführung des Abts mehrheitlich dafür entschieden, in diesem Augenblick das Pulvermagazin mit all den im Kloster eingeschlossenen Menschen in die Luft zu sprengen. Kostas Giamboudakis - heute als kretischer Freiheitsheld gefeiert und in zahlreichen Denkmälern verewigt - war dazu ausersehen worden, den Schuss auf die Pulverfässer abzugeben. Dem Massenselbstmord fielen mehr als 800 Kreter zum Opfer, etwa ebenso viele osmanische Soldaten wurden durch die Detonation getötet.

Militärisch bewirkte die Aktion nichts, aber die Tat ging als Fanal durch die internationale Presse. Vereine sammelten Spenden für den Befreieungskampf, doch es sollte noch Jahrzehnte dauern, bis die Großmächte, von durchaus anderem politischen Interessen motiviert, 1898 der türkischen Herrschaft auf Kreta ein Ende setzten. Das makabre Ereignis mag heutige Betrachter an den kollektiven Suizid von Sektenmitgliedern in den USA bei der Erstürmung ihrer Camps durch die Bundespolizei erinnern oder an palästinensische Selbstmordkommandos in den israelisch besetzten Gebieten. Die Bewertung solcher Taten hängt immer von der jeweiligen Perspektive des Betrachters ab: Für heutige Griechen ist Arkadi das Symbol kretischen Leidens und kretischer Freiheit. An jedem 8. November, dem Vorabend des kretischen Nationalfeiertags, machen sich Tausende von Menschen wie zu einer Wallfahrt nach Arkadi auf und gedenken voller Stolz des schaurigen Ereignisses. Eine von Erzbischof Timotheos Veneris 1937 im Pulvermagazin angebrachte Inschrift stiftet dem Geschehen sogar religiösen Sinn: "Die Flamme, die in dieser Kriypta enzündet wurde und ihren Feuerschein über das glorreiche Kreta verbreitete, war Gottes Feuer, in dem sich die Kreter für die Freiheit opferten." Nachdenkliche Besucher werden aber auch an die in jener Abstimmung Unterlegenen denken, die Gefangenschaft dem Freitod vorgezogen hätten und hier mit ums Leben kamen.

 

 

19.10.06 19:16


Draculas Schloss



 

 

Wie bekommt man post mortem einen Schloss als Geschenk?

Das Thema erhielt ich von einem Siebenbürgener. Der Schloss Bran befindet sich im sächsischen Teil Siebenbürgens. Im 12. Jahrhundert hatte der ungarische König Kolonisten aus Deutschland hier angesiedelt,  damit sie die bergigen Grenzen seines Reiches gegen den Invasoren aus dem Süden verteidigen. Das Gebiet der Sachsen war immer schon ein exponiertes Gebiet und man kennt die Wehrkirchen und Burgen der Sachsen, die den deutschen Namen Siebenbürgens geprägt haben: "das Land der Sieben Burgen".

Der Schloss Bran wurde im 14. Jh. an einer strategischen Stelle erbaut und diente zur Sicherung des Pass Bran nach Süden. Am 19. November 1377 erhielten die sächsische Bürger des in der Nähe gelegenen Kronstadt vom Ludwig I Anjou von Ungarn das Erlaubnis, den Schloss zu erbauen: "von niemand befohlen und gezwungen, aus eigenem guten Willen versprachen sie großzügig und einstimmig eine neue Festung in Bran zu erbauen, mit eigenen Mitteln und Anstrengungen, und den Wald dort kreuz und quer zu roden".

Nach der Fertigstellung, wird der Schloss zunächst Eigentum des Ungarischen Königreiches.

Am Anfang des 15. Jhs überlässt der ungarische König Sigismund von Luxemburg den Schloss  dem Fürsten des Valachei, Mirca dem Alten. Die Schenkung soll die freundschaftlichen Verhältnisse besiegeln und der Befestigung der valachisch-ungarischen gemeinsamen Grenze dienen. Der Zoll wird von Bran nach Kronstadt umgesiedelt. Da aber die Nachfolger des valachischen Fürsten vertragsbrüchig werden, und weil die türkische Angriffe in den Südosten sich mehren, nimmt der ungarische König den Schloss wieder und gibt ihn dem siebenbürgischen Fürst.

 

Sigismund inspiziert den Schloss 1427 und verstärkt ihn. 1436 fallen die Türken auf einen erneuten Raubzug in den Pass Bran ein und plündern überall. Im Sommer 1441 findet wieder ein türkischer Einfall statt, aber diesmal wehrt sie der Siebenbürgener Fürst Johann Hunyadi [einer der größten ungarischen Nationalhelden] erfolgreich ab.

Vlad Tepes, jeder valachische Fürst mit dem Beinahmen Dracul, der dem Füsten des Finsternis aus Strokes Roman Pate stand, konnte diesen Schloss nie sein Eigentum nennen. Er hatte den Schloss höchstwahrscheinlich nicht mal als Gast je betreten. Lediglich seine Trupen brandschatzten in der Region in den ersten Monaten des Jahres 1459. Anderen Quellen zufolge hat er dort eine einzige Nacht in Gefangenschaft verbracht. Zur fraglichen Zeit gehörte es der Stadt Kronstadt

Vlad Tepes wurde durch unsere Ignoranz erst nach seinem Tode zum Eigentümer des malerischen Schlosses ernannt - Hollywood & Co. darf alles.

Die offizielle Seite des Schloss Brand, heute Rumänien

(danke an Szecska)  

20.10.06 16:02


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