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südosteuropäischen Kulturen gesucht.



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Käfighaltung – wirklich grausam, oder nur politisch korrekt ?



Antwort auf Gudruns Kommentar:


unter dem Artikel "Die Eroberung Konstantinopels"

Gudrun / Website (30.11.06 23:29)
Was die Ermordung des kleinen Sohnes der Stiefmutter angeht. War es der drei Monate late Säugling Ahmed, wenn ich mich recht erinnere.

Ich finde wichtig, dass man diese grausame Sitten thematisiert, denn es ist der Hintergrund zu der Geschichte der Balkanvölker. Wenn man die grausamen Sitten am türkischen Hof und beim türkischen Militär ignoriert, wird man die Haltung der Serben, Griechen, Zyprioten, Armenier oder Bulgaren von heute nicht verstehen. Man hat dann nur manipulative politische Schlagzeilen, wie der Massaker von Srebrenica oder die Vertreibung des Moslems aus Bulgarien Ende der 80er Jahre. Wie sollten aber die Deutschen, deren letzte Verteidigungsschlacht die Varusschlacht war, solche Völker verstehen? Die Mörder von Srebrenica sind mit dieser Geschichte aufgewachsen, sie haben sie in der Schule gelernt, sie haben sie zu Hause gelernt, denn ihre Großväter kämpften noch gegen die Türken, für die eigene Unabhängigkeit. Wenn das ignorante Abendland sie dazu zwingen will, mit den Moslems „brüderlich“ neben einander zu leben, werden sie sich wehren. Weil sie eine Geschichte haben, in der die Sultane aus Istanbul genau so eine blutrünstige Rolle gespielt haben, wie Väterchen Stalin für die unglücklichen Kommunistenstaaten jenseits des Eisernen Vorhangs.

Wie kam es dazu, dass die Sultane so blutrünstig waren? Dazu kann man Gudruns Kommentar sowie ihr Artikel Odaliske mit einem Sklaven lesen.
Ich will auch mit einem Ausschnitt aus Alan Palmer „Verfall und Untergang des Osmanischen Reiches“, Listverlag, 1992, zum besseren Verständnis beitragen:

Abdankungen gehen selten glatt über die Bühne, selbst in den Dynastien monogamer Gesellschaften, und im Osmanischen Reich sorgte das Harem-System ständig für Probleme bei der Thronfolge. Vor dem 19. Jahrhundert gab es nur selten einen offiziellen Kronprinzen, der auf seine Aufgabe vorbereitet war und nach dem Tod oder der Abdankung eines Sultans sofort auf den Plan trat. Die meisten osmanischen Herrscher hatten mehrere Sultaninnen sowie, tiefer in der Harem-Hierarchie angesiedelt, Konkubinen, die ihnen Söhne gebären konnten. Das Problem war so kompliziert, dass im 15. und 16. Jahrhundert die Brüder und Halbbrüder eines neuen Sultans am Tage seiner Thronbesteigung in der Regel erdrosselt wurden, so dass Rivalen ausgeschaltet waren, die zum Mittelpunkt von Palastintrigen hätten werden können. Fünf Brüder von Murat V. waren am 21. Dezember 1574 getötet worden, und der Massenmord an achtzehn Brüdern Mehmets III. am 28. Januar 1595 reduzierte die Anzahl männlicher Mitglieder der Dynastie derart, dass religiöse Führer begannen, Sittlichkeit und Weisheit der Tötungen in Frage zu stellen. Also beschloss man, die nahen mönnlichen Verwandten in Zukunft in einen Kafes (Käfig) zu sperren, eine von mehreren kleinen Räumlichkeiten im Vierten Hof des Hauptpalastes, des Topkapi Sarayi. Abgesehen von Mehmet IV. selbst, der im Alter von sechs Jahren die Nachfolge antrat, erwarteten alle fünfzehn Sultane zwischen 1617 und 1839 in dieser kleinen Welt mit ihrer Marmorterrasse, die einen Blick über einen Garten zum Goldenen Horn und dem Bosporus bot, den Ruf zur Thronbesteigung.
Einige Prinzen litten lediglich unter einer nominellen Beschränkung ihrer Bewegungsfreiheit. Aber Süleyman, der nur drei Jahre jünger war als Mehmet IV., bertrat mit sechs Jahren den Kafes, lebte dort fast vier Jahrzehnte lang und kannte nicht mehr von der Welt als das, was er vom Vierten Hof aus sehen konnte. Neununddreißig Jahre im Kafes waren keine Vorbereitung fürs Regieren. Trotzdem holten die Wesire den benommenen, verwirten und halbvergessenen Prinzen am 9. November 1687 pflichtgemäß aus dem Innern des Topkapi; er war, so schrieb ein Franzose, eine „lange, schlanke und blasse Erscheinung“.


Vielleicht helfen solche kleine Ausschnitte auch, dass einige die Mentalität, die uns vom Bosporus ausgehend überschwemmt, besser zu verstehen.
1.12.06 17:06


Zahlen und Fakten zu den Hintergründen des Jugoslawischen Krieges



Ethnische Zusammensetzung von Bosnien-Herzegovina:

 
 
1953
%
1961
%
1971
%
Moslems
891.798
32,3
842.248
25,7
1.482.430
39,6
Serben
1.264.045
44,4
1.406.07
42,9
1.393.148
37,2
Kroaten
654.227
23
711.665
21,7
772.491
20,6
Jugosl.
-
-
275.883
8,4
43.796
1,2
 
 
 
1981
%
1991
%
Moslems
1.630.033
39,5
1.905.829
43,7
Serben
1.320.738
32
1.369.258
31,4
Kroaten
758.140
18,4
755.892
17,3
Jugosl.
326.316
7,9
239.845
5,5
 

Aus : Marie-Janine Calic : « Krieg und Frieden in Bosnien-Hercegovina, 1995, Suhrkamp, Seite 79

Ebenfalls aus diesem Buch, Seite 33:

 
Auch die regionalen Disparitäten konnten die Kommunisten nur ansatzweise einebnen. Als 1918 der Staat der Serben, Kroaten und Slowenen entstand, differierte die Analphabetenrate regional zwischen 9% und 90%, eine Kluft, die in den folgenden Jaharzehnten nur mühsam überbrückt wurde. Noch 1981 schwankte die Quote zwischen 0,8% (Slowenien) und 187,6%(Kosovo) Das schroffe sozialökonomische Entwicklungsgefälle produzierte harte Verteilungskämpfe zwischen den Republiken und Nationen des Vielvölkerstaats. 

Auch die regionalen Disparitäten konnten die Kommunisten nur ansatzweise einebnen. Als 1918 der Staat der Serben, Kroaten und Slowenen entstand, differierte die Analphabetenrate regional zwischen 9% und 90%, eine Kluft, die in den folgenden Jaharzehnten nur mühsam überbrückt wurde. Noch 1981 schwankte die Quote zwischen 0,8% (Slowenien) und 17,6%(Kosovo) Das schroffe sozialökonomische Entwicklungsgefälle produzierte harte Verteilungskämpfe zwischen den Republiken und Nationen des Vielvölkerstaats.

 

Auch in anderen Stellen kommt deutlich hervor, dass die Völker des jugoslawischen Vielvölkerstaates (Multikulturalismus) zwar in einem künstlichen politischen Konstrukt nebeneinander existierten, aber in getrennten Parallelgesellschaften lebten.

 

Als  Soziologen Ende 1991, dem Höhepunkt des serbisch-kroatischen Krieges in Kroatien, in Bosnien-Hercegovina eine Umfrage durchführten, wollte nur ein Zehntel der Befragten bestätigen, dass die Nationalität ein wichtiges Kriterium für eine Freundschaft sei.  Die überwiegende Mehrheit maß dem keine Bedeutung zu. Aber schon im Hinblick auf die Wahl der Nachbarn und Eheparnter wandelte sich das Bild. Fast 43% der Muslime, 39% der Kroaten und 25% der Serben wollten sich bei der Partnerwahl auch an der Nationalität orientieren. Und jeweils ein Drittel der Bevölkerung gab an, sich in der Nachbarschaft von Konnationalen sicherer zu fühlen als in „fremden“ sozialkulturellen Milieus.

 

Da ich nur die Fakten aus dem besagten Buch herausnehmen wollte, hier die jeweiligen Quellen, dessen sich Frau Calic bediente:

 
Die demographische Tabelle ist aus: Enciklopedija Jugoslavije, Bd 2, Zabreb, 1982. S 142; Südosteuroa 42 (1993) 1, S 79.
Der Zitat zu der Ablehnung der anderen Nationalität: Ibrahim Bakic, Nacia i religija, Sarajevo 1991, hier zit. N: Bosna i Herzegovina izmedju rata i mira, Beograd 1992, S19f
 

Vielleicht sollte Berlin und Brüssel die Geschichte des Jugoslawischen Krieges nochmals gründlich studieren und seine Lehre daraus ziehen.

 
2.12.06 17:48


Bosnien - 11 Jahre nach dem Bürgerkrieg



Artikel bei PI

In Bosnien haben bisher relativ gemäßigte Moslems das Sagen. Verschleierte Frauen sind eher selten in den Straßen zu sehen. Doch dieser Zustand ist gefährdet, denn wie überall gewinnen auch hier die radikalen Vertreter des Islam zunehmend an Einfluss - ein "Kampf der Kulturen unter Moslems" und das mitten in Europa.

In Bosnien hat sich der Ton im Konflikt zwischen den Vertretern des traditionellen bosnischen Islam und den Islamisten verschärft. Auslöser: Eine Bemerkung des Islamistenführers Abu Hamza. Die bosnischen Muslime seien "Kommunisten und damit gar keine richtigen Muslime", meinte Abu Hamza und löste damit einen Sturm der Entrüstung aus. Wichtige Vertreter des bosnischen Islam forderten im Gegenzug, dem Treiben der von Saudiarabien finanzierten Radikalen in Bosnien ein Ende zu setzen. Mustafa Ceric, der Reis-al-Ulema und damit die höchste Instanz des bosnischen Islam, versuchte zwar, den Konflikt abzumildern, nachdem Abu Hamza sich entschuldigt hatte. Doch die Diskussion scheint nicht mehr zu stoppen. Zu viel Zündstoff hat sich angesammelt. Die Muslime oder Bosniaken, die größte Bevölkerungsgruppe Bosniens, verstehen sich als Europäer. Sie definieren den bosnischen Islam als europäischen Islam, der die Trennung von Staat und Religion anerkennt und für eine demokratische und multireligiöse Gesellschaft eintritt. Das wird nun durch die Aktivitäten der Islamisten gefährdet. (...) Der Wahhabismus - die extreme saudische Spielart des Islam - habe in Bosnien Fuß gefasst, warnt die kritische Zeitung.

Schon während des Krieges 1992 bis 1995 kamen einige hundert Islamisten nach Bosnien, um an der Seite der Muslime zu kämpfen. Nach dem Krieg finanzierte Saudiarabien über 100 Moscheen und Gemeindezentren im ganzen Land. Die Islamisten gehen geschickt vor. Sie helfen den Ärmsten, bieten Computerkurse an, vermitteln gerade für bedürftige Studenten Stipendien an arabische Universitäten und versuchen so, Jugendliche für ihre Ideologie zu rekrutieren. Diese Strategie trägt Früchte. Einige tausend junge Leute haben sich nach Schätzungen der radikalen Bewegung angeschlossen. Sie versuchen die Strukturen des traditionellen Islam zu unterwandern. Frauen sollen wieder Schleier tragen. In der Umgebung Sarajewos gingen im Sommer selbst ernannte "Religionspolizisten" sogar gegen Liebespaare vor. ...

Und abschließend die Kommentare des PI-Lesers "Imperator":

#3 Imperator  [TypeKey Profile Page]  (17.12.06 14:05)

Der "Witz" an der Bosnien-Geschichte ist doch, daß Serben UND Kroaten, vertreten durch Slobodan Milošević und Franjo Tuđman untereinander aufteilen wollten, das ganze war zwischen den beiden Quasi-Diktatoren abgesprochen worden. Tja, der bosnische Präsident Alija Izetbegović weigerte sich aber, das anzuerkennen, obwohl das Zusammenleben in einerm gemeinsamen Staat nicht funktionierte, und er holte sich dann eben unterstützung aus der islamischen Welt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Alija_Izetbegović
Diese umfaßte übrigens mehrere Tausend und nicht mehrere hundert Kämpfer, wie man in diesem Artikel über Osama bin Laden nachlesen kann (ich hab gestern vergessen, das noch an PI zu mailen, als ich den Artikel gemeldet hab)
http://de.wikipedia.org/wiki/Osama_bin_Laden
Ob das eine Patentlösung gewesen wäre, Bosnien aufzuteilen, weiß ich nicht, aber dann hätten sich dort keine Islamisten festsetzen können. Außerdem sind die sogenannten "Bosniaken" oder bosnischen Moslems zum überwiegenden Teil in Wirklichkeit ethnisch Südslawen (Serbokroaten), die wärend der Osmanischen Herrschaft zum Islam übergetreten sind.

Noch etwas: Die Aufteilung Bosniens wurde deshalb nicht durchgeführt, weil der Westen Tuđman zu einem Bündnis mit den Bosniaken drängte. Der Westen drohte, Kroatien ebenso wie Serbien zu isolieren, wenn es kein solches Bündnis gäbe, und versprach den Kroaten im Gegenzug dann Unterstützung beim Aufbau des kroatischen Militärs. Naja und das war dann doch relativ verlockend, da wollte Tuđman eben nicht "nein" sagen. Der Grund für die Intervention des Westens war anscheinend AUCH eine gewisse Angst vor Konflikten mit der islamischen Welt! So zumindest kam es in einer Dokumentation auf Arte vor einiger Zeit rüber. Man begann also anscheinend schon in den 90ern mit dieser Kriecherei...

 

Wie lautet das gute alte Sprichwort? Wer Wind sät erntet Sturm. Wenn die Frauen in Bosnien wie die Frauen im Iran und Afghanistan herumlaufen müssen, werden sie  die Zeit zurücksehnen, als sie noch im freizügigsten kommunistischen Land unter Belgrader Führung lebten, beneidet von allen eingesperrten Völkern des Ostblocks. Bosnien wollte den Islam und jetzt hat man den Islam-Islamismus. Wieso ist man dann nicht zufrieden?

17.12.06 16:39


Des Kaisers Rede zu den Griechen am Vorabend der Schlacht um Konstantinopel



Konstantin XI.

Ich sehe, meine Brüder, ihr Archonten und Hauptleute und ihr übrigen Männer, wie wir auf den Tag des Kampfes warten. Euch, die ihr alle tapfer streitet gegen die Feinde der Christenheit, ist das Vaterland, das teure, nun anvertraut, da der haßerfüllte Türke, der Sultan Mehmed, seit nunmehr zweihundertfünfzig Tagen uns angreift bei Tag und Nacht, und vor allem, da unsere Mauern in Breschen liegen und die Türken Steine und eine Unmenge von Pfeilen gegen euch schleudern und ihr wiederum die Feinde mit Gottes Hilfe abwehrt und  8von den Mauern] hinunterstürzt. So setze ich denn meine Hoffnung in Gott und in eure tapferen Hände mit euren Waffen, dass diese wilden und unmenschlichen Türken, die da in Unmenge mit großem Geschrei angerannt kommen und Pfeile ohne Zahl schießen werden, euch nichts anhaben können, denn ihr habt eherne Rüstungen und gute Schilde. Lasset also, meine Brüder, vor den Feinden den Mut nicht sinken, da es not tut, dass ihr kühn und tapfer seid! Diese Feinde sind Tiere, und ein einziger Mensch vermag viele Tiere zu verscheuchen: Jagt sie denn fort wie das Vieh! Hat doch auch dieser Sultan gehandelt wie das Tier, das er ist: Wir hatten einen beschworenen Frieden, aber er hat den Eid gebrochen und den Frieden  gebrochen und hat einen ungerechten Krieg angefangen. Wie ein Tier ist er von Adrianopel dahergestürmt, hat unsere Dörfer überfallen und unsere Bauern nhingemetzelt, die zur Sommerszeit außer der Stadt wohnen, und hat viele in die Knechtschaft weggeschleppt. Und jetzt belagert er unsere Stadt, die Konstantinos der Große erbaut hat und die des Vaterlandes Schutz und Schirm war, der Christen Hort und der Griechen Macht. Jetzt will er unser Reich vernichten und dazu die Kirche Christi unter den Füßen zertreten und sie zum Stall machen für seine Pferde. O meine Brüder, ihr Archonten und Hauptleute, o ihr Heldensöhne Christi: Streinget euch an und kämpfet, auf dass ihr das Himmelreiches teilhaftig werdet! Und ihr, o tapfere genuesische Brüder, die ihr schon so viele Feinde bezwungen habt: Allezeit seid ihr den Kaisern dieser Stadt, eurer Mutter beigestanden in vielen Kämpfen gegen die Türken und habt über sie gesiegt! O ihr venezianischen Brüder, zeiget eure Tapferkeit mit dem Schwerte, mit dem ihr schon so oft das Blut der Türken vergossen habt, wie etwa Loredano, der venezianische Gentiluomo, der der Generalkapitän eurer Armada war und mit den Galeeren der Feinde gekämpft und sie vernichtet hat: Gürtet euch denn auch ihr, die ihr hier bei uns seid, mit euren Schwertern zu diesem ehrenvollen Kampfe, auf daßß ihr geehrt werdet von Gott und den Menschen! Und ihr, ihr übrigen Männer, die ihr in den Kampf geht: Gehorchet euren Hauptleuten und Vorgesetzten und seid wohl eingedenk, dass dies der Tag ist, an dem ihr Ehre erringen möget, denn wenn ihr einen Tropfen eures Blutes vergießt, so werdet ihr dafür die Krone des Märtyrertums gewinnen, die unvergänglich ist!"

Aus der Chronikon Anonymous Zoras

Am nächsten Tag, den schwarzen Dienstag 29. Mai 1453 starb der Kaiser tapfer im Kampf.

17.12.06 19:07


Am Vorabend der Kreuzzüge



Der erste Kreuzzug startete 1096, nachdem der Papst Urban II. in einer feurigen Rede in Clermont aufgerufen hatte, das Heilige Land vor den Ungläubigen [aus der Sicht der Christen waren die Moslems die Ungläubigen] zu retten. Urban II. erhielt im Herbst 1095 einen Hilferuf auf dem Byzantinischen Reich. Der Kaiser rief die Katholiken um Hilfe in den Kampf gegen den islamischen Invasoren.

The Byzantine Empire under Basil II, c. 1025

Das Byzantinische Reich um 1025

Sehen wir, was im Vorfeld der Kreuzzüge im Orient geschehen war, weswegen der Kaiser sich verzweifelt an Rom wandte (Aus Martin Erbstösser - Die Kreuzzüge):

Die Kräfteverhätnis im Orient hatte sich gründlich verändert. Die Bewegung ging von einem türkischen Nomadenvolk aus, dem Stammesbund der Oguzen. Beheimatet im Tarimbecken und den Steppen bis zum Balchaschsee waren sie bereits im 10. Jahrhundert zum Islam übergetreten und hatten einen Staat gegründet, dessen Zentrum in Transoxanien lag.

 

Das Gebiet Transoxanien (Karte von Wikipedia)

Rasch nahmen sie die islamische Kultur an. Seit der Mitte des 11. Jahrhunderts drangen Teilgruppen unter dem STammesführer Seldschuk nach dem Westen vor und überrannten in einem stürmischen Zug die Nachfolgestaaten des arabischen Kalifats in Mittelasien. 1055 eroberten sie Bagdad. Die Kalifen von Bagdad traten fortan nur noch als geistliches Oberhaupt in Erscheinung und führten in dieser Funktion ein Schattendasein. Die politische Macht war in die Hände der Seldschukensultane übergegangen.

Um 1070 eroberten diese unter Führung Alp Arslans Syrien. Auch Jerusalme fiel in ihre Hände. Aber nicht von diesen Ereignissen ging die Kreuzzugbewegung zur Rettung des Heiligen Grabes aus. Anlaß wurde vielmehr die Bedrohung des Byzantinischen Reiches. 1071 drang ein seldschukisches Herr nach Anatolien vor und vernichtete das byzantinische Aufgebot in der Schlacht bei Mantzikert. Der Kaiser geriet in Gefangenschaft. Im östlichen Teil der heutigen Türkei gründeten die Seldschuken das Sultanat Rum [Der Name ist vom Byzantinischen Reich geklaut. Die Byzantiner begriffen sich immer als Erben des Römischen Reiches, sie nannten ihren Reich Rum. Siehe 1. Artikel, Petra tou Romeou]

An sich war die militärische Situation nach dieser Niederlage für Byzanz nicht besonders bedrohlich. Ein weiteres Vordringen der Seldschuken brauchte scheinbar nicht befürchtet zu werden. Und doch erging von hier der Ruf des Byzantinischen Kaisers an Westeuropa um militärische Hilfe. Die Gründe ergaben sich aus Veränderungen der inneren Struktur des Reiches. Themenverfassung und Stratiotenaufgebot waren im Verfall begriffen. Die Schlacht von Mantzikert hatte der Kaiser mit einem zusammengewürfelten, in aller Eile zusammengezogenen Herr führen müssen, in dem  der Söldner dominierte. Nun benötigte man dringend neue Kräfte, zumal zur gleichen Zeit die Normannen in Süditalien vordrangen und ihre Sreifzüge auf den Balkan ausdehnten und zudem Bulgaren, Serben udn Kroaten mit Konstantinopel im Krieg lagen.

Als der 1. Kreuzzug vorbereitet wurde, hatte sich die Situation im Orient allerdings bereits wieder beruhigt. Die Seldschuken waren nicht in der Lage gewesen, ein dauerhaftes Großreich aufzubauen.

L'Asia Minore e gli stati crociati, c. 1140

Dunkelgrau: Byzantinisches Reich

Helle Cremefarbe: Seldschukenreich

Die Karte zeigt die Verhältnisse um 1140.

Man merke die unterschwellige Schuldzuschiebung an Byzanz als Auslöser der Kreuzzüge.  Spätere türkische Geschichtsschreiber haben das so interpretiert, dass das Byzantinische Reicht bereits im Verfall begriffen war, dass man selber Schuld an den Untergang war. Wir kennen das Spiel: die Christen müssen immer Schuld sein. So verlangen heute Türken, die dieses Reich erobert und zerstört hatten, von uns eine Entschuldigung wegen den Kreuzzügen. Ist das nicht dreist? Man beachte nur die zwei Karten: Die Seldschuken (Türken) haben erst nachher den Byzanz erobert, die Leute ermordet, aber jetzt verlangen sie in dessen Namen von uns eine Entschuldigung! Vielleicht sollten wir uns auch dafür entschuldigen, dass wir die Osmanen in einem Kreuzzug unter Wien besiegt haben? Das war nicht vor 900 Jahren, sondern erst vor etwas mehr als 300 Jahren her.

Da wir dieses Spiel schon in- und auswendig kennen, sollten wir unser Merkmal lieber auf einen anderen Fakt richten: Die Zustände im Byzantinischen Reich waren damals am Vorabend der Kreuzzüge nicht unähnlich mit den heuitigen Verhältnissen in Westeuropa: Man wähnte sich fortschrittlicher und zivilisierter als alle anderen Völker, mit denen man Kontakt hatte. Man war reich, man kümmerte sich um die Kunst, Handel, Philosophie usw. Man verwickelte sich in innere politische Ränkeleien.  Man vernachlässigte die Verteidiung, die Struktur des Heeres verlagerte sich. Man baute immer mehr auf Söldnerheere, die frühere griechische Kämpfer wurden immer mehr durch Södner aus allen Herren Ländern ersetzt - in unseren Heeren trifft man ähnlicherweise immer mehr Papierdeutsche, Papierfranzosen usw. mit islamischer Gesinnung. Im Ernstfall müßte man sich bei unseren Heeren genau so fragen, wie weit sie einsetzbar sind. Noch während des Kalten Krieges hätte man an solchen Fragen gar nicht gedacht.

Zu der Loyalitätsfrage in den westeuropäischen Heeren

19.12.06 09:30


Das Leben in Kosovo - TV-Debatte zu Religion



Religjioni

Das letzte RTK (es klingt nicht zufällig wie RTL) BIRN-TV-Talkshow in Pristina am  8.12.2006 für Wirbel gesorgt.

Man muss sich unter anderem diese Frage, die im Talkshow gestellt wurde, über die Zunge zergehen lassen:

"if people hid their Islamic identity for fear of upsetting the international community, especially the US." - ob die Menschen ihre islamische Identität verbergen, weil sie angst haben, dass dies die internationale Völkergemeinschaft, besonders die USA, stören könnte.

Na ja, es scheint, dass sie einiges aus diesem Zwang heraus machen, nur um die internationale Völkergemeinschaft nicht zu stören: Sie trinken Alkohol, feiern Hochzeiten und auf denen Männer und Frauen mit einander tanzen:

Syla said Kosovars are not really religious. According to him, in wedding ceremonies men and women dance together and drink alcohol, which “is incompatible with Islamic rules”.

Eine andere wichtige Frage wurde auch diskutiert: Ob es wichtiger wäre, sich in Europa zu integrieren, oder ob man die islamische Identität wahren sollte. Die Antwort darauf gab Begolli, und sie fiel wahrlich salomonisch aus: Beides ist möglich!

“Being a Muslim has not prevented me from living in England, visiting Catholic schools and working with internationals,” he said.

"Ein Moslem zu sein, hat mich nicht daran gehindert, in England zu leben, katholische Schulen zu besuchen und mit internationalen Menschen [die richtige Übersetzung aus der Sicht eines Moslems wäre "Ungläubige"] zu arbeiten."

Syla hob daraufhin aus, dass die Zugehörigkeit zum Islam die Menschen daran hindere, mit anderen richtig zu kommunizieren. Sie gab als Beispiel die Moslem Frauen an, die den Schleier tragen und denen nicht erlaubt ist, einem Mann die Hand zu geben.

Avniu sagte, dass mehr Religiosität gut sei, weil sie die Menschen von schlechten Gewohnheiten kuriere, wie z. B. dem Drogenkonsum. "Sogar die Europäer wenden sich auf einem individuellen  Basis dem Islam zu", fügte er hinzu.

Ja, wirklich?! Ich muß mal erzählen, was mir in einigen islamischen Ländern als erstes zugetragen wurde: Wer wo dealt, wer wo Shisha raucht, wo könnte man Opium kaufen u. ä. Scheinbar stehen dort noch ein paar Moslems vor der Kur. Oder waren sie keine richtige Moslems?

 

 

30.12.06 15:15


Die Bulgarische Universität öffnet ihre Tore



islam1.jpg

einer großen Zahl türkischen Studentinen. Das Dillema der bulgarischen Behörden ist: Sie alle wollen mit Kopftuch kommen.

AlterMedia

30.12.06 15:25





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