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Zwei deutsche Völkerbelehrer

  

Alle Welt muß wissen, daß es für eine Großmacht einfach unerträglich ist, wenn an ihren Grenzen jeder kleine Staat glaubt, sie provozieren zu können. Ich habe lange genug un­tätig zugesehen. Weil ich immer noch hoffte, daß die Vernunft die Oberhand bekäme. Aber das ist einfach unmöglich, daß in Österreich einer, bloß weil er ein Lied singt, das Ihnen nicht paßt, oder ‘Heil Hit­ler’ sagt, ins Gefängnis kommt. Die Ver­fol­gung der National­sozialisten muß ein Ende haben, sonst werde ich ein Ende machen.
Reichskanzler Adolf Hitler, früherer Putschist ge­gen die erste deutsche Republik.
[1]

 

Ich war bei Milosevic, ich hab mit ihm zweieinhalb Stunden diskutiert. Ich habe ihn angefleht, darauf zu ver­zichten, daß die Gewalt eingesetzt wird im Kosovo. Es ist der Krieg, ja, und ich hätte mir nicht träumen lassen, daß Rot-Grün mit im Krieg ist. Aber dieser Krieg geht nicht erst seit 51 Tagen, sondern seit 1992...
Außenminister Joschka Fischer, ehemaliger Gegner des Ge­waltmonopols der zweiten deutschen Republik.
[2]


 

[1] Zitiert nach: Kurt Schuschnigg, Ein Requiem in Rot-Weiß-Rot (1946), in: Thomas Schmitz-Bender u. a.: Der Friede, der zum Krieg führt. Re­kon­struktion des Münchener Abkommens, Mün­chen 1995.
[2] Zitiert nach: Süddeutsche Zeitung, 14.5.1999.

3.3.07 16:07


Ein kleines Antidot gegen die Dämonisierung des Front National



 

 

Die "Botschaft an die Muslime, sich still zu verhalten", wurde offenbar nicht kräftig genug vorgetragen, wie die Gewaltexzesse in Frankreichs Vorstädten insbesondere im Herbst 2005 vor Augen führten.

 

 

 

 

Der „antirassistische“ Diskurs der „globalisierungskritischen“ Linken (altermondialistes, ATTAC), der die muslimische Minorität primär als Opfer „islamophober“ Tendenzen in der französischen Mehrheits­gesellschaft und einer unzureichenden öffentlichen Würdigung des Leidens „muslimischer“ Völker unter französischer Kolonialherrschaft begreift, sieht sich in Frankreich in der Tat kontrastiert durch die Realität eines gewalt­tätigen Antisemitismus junger Muslime. Anfang März 2006 – drei Wochen nach dem Foltermord an dem (im Januar 2006 entführten) 23jährigen Ilan Halimi – wurden in Frankreich erneut drei junge Juden zu Opfern antisemitischer Gewaltverbrechen, die von Angehörigen maghrebinischer oder schwarzafrikanischer communities ausgingen. Wie wenig eine „antirassistische“ Linke, die Chagnon, Finkielkraut oder Pierre-André Taguieff pro-islamischen Kampagnen aussetzt, noch als ein zivilgesellschaftlicher Garant jüdischen Lebens in Frankreich gelten kann, brachte der Vorsitzende des Repräsentativrates der jüdischen Institutionen in Frankreich (CRIF), Roger Cukierman, bereits 2002 auf den Punkt: Le Pens Erfolg (in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen) sei „eine Botschaft an die Muslime, sich still zu verhalten“.

  

Daniel L. Schikora, „Israels Krieg“ und innerlinke Auseinandersetzungen, in: Sezession, H 15 / Oktober 2006, 46-7. 

5.3.07 15:37


'Endlich' eine Moschee in Athen - jetzt muss nur noch eine Kirche nach..



 

kircheinKaaba.jpg

Hier zu lesen

    Jahrelang wurde Griechenland international kritisiert, weil es in Athen keine Moschee gibt. Der gesetzliche Rahmen und die Finanzierung stehen nun, die Gegner haben eingelenkt. Der Weg für einen Moscheebau ist frei.
    Zwischen der Türkei und Griechenland hatte das Thema Moscheebau in
    Athen immer wieder zu Missmut geführt, so dass sich Außenministerin Dora Bakoyianni zuletzt mit Nachdruck für den Bau einer Moschee einsetzte. Im Dezember letzten Jahres ist nun ein Gesetz in Kraft getreten, das Bau und Betrieb eines muslimischen Gotteshauses regelt. Für die Kosten, rund 15 Millionen Euro, kommt der griechische Staat auf.

Ich frage mich nur, wann fängt man an, die islamische Kernländer zu kritisieren? Ausgewogen und gerecht wäre es, dass für jede neu erbaute Moschee in unseren Ländern - jawohl, es sind unsere Länder, hier ist der Islam nur ein ungebetener Gast - auch in den islamischen Ländern eine Kirche entsteht. Vor allem wünsche ich mir eine Kirche in Mekka, denn da hat es eine gegeben, bevor Mohammed kam.

Günter Lüling: Der christliche Kult an der vorislamischen Kaaba als Problem der Islamwissenschaft und der christlichen Theologie.

Bild004.jpg Hier in Großformat

7.3.07 10:45


Giaur



Was dem Araber der Kaf'r, das ist dem Türken der Giaur: 'ein ungläubiger Hund'. Der Duden gibt die Bedeutung des Wortes mit Ungläubiger, Nichtgläubiger an. Vielleicht sollte man die Bilder und Bildnisse ansehen, die das Wort in der osteuropäische Kulturgeschichte einnimmt, um sich ein bessere Vorstellung zu machen:

 

George Gordon Byron: The Giaour

 

***

Ilustration aus Karl May: "So stirb, Giaur!"

***

Turkmenistan - Giaurkala

Das Wort Giaur  (türkisch gavur) kommt ursprünglich aus dem persischen gabr und bedeutete dort "Feueranbeter"

***

Ein Ausschitt aus Der Liebe des Ulanen - Karl May:

 

    »Allah il Allah! Du bist ein Ungläubiger, ein Giaur!« rief da der Scheik.

     

    »Ich? Ein Giaur?« entgegnete Richemonte mit erhobener Stimme. »Zügele Deine Zunge, Scheik Menalek. Wäre ich nicht Dein Gast, so würde ich Dir die Klinge meines Messers zwischen die Rippen stoßen.«

    »Und dennoch bist Du ein Giaur.«

    »Beweise es!«

    »Du schwörst bei Allah und dem Propheten und redest doch die Unwahrheit. Das thut nur ein Giaur, der nicht an Allah glaubt und den Propheten schändet.«

    »Dein Vorwurf trifft mich nicht. Wie kannst Du sagen, daß ich die Unwahrheit spreche? Sage mir eine einzige Lüge, welche Du von mir gehört hast!«

    ***

 Gyaur

Im Lande des Mahdi - Karl May:

    Da sprang der Gebieter der Michbaja auf, trat hart zu ihm heran und zischte ihm zu:
     
    »So sei dir ein letztes, ein allerletztes Wort gesagt. Ich gebe dir Zeit bis zur nächsten Morgenröte; da wird sich dieser von Allah Verfluchte in meinen Fäusten winden. Bekennst du dich dann zu uns, so sollst du ein hoher und berühmter Führer von vieltausend Gläubigen sein; fährst du aber fort, zu reden wie in diesem Augenblick, so wird dir das große Glück werden, das Schicksal dieses deines vergötterten Giaur zu teilen.«
     
    »Um da meine Entscheidung zu hören, brauchst du nicht bis zur Morgenröte zu warten; ich verzichte auf den Ruhm, den ihr mir bietet, und wähle den Giaur!«

 

 

 

***

...als Hundename, im Formel 1, als Operfigur (oder auch Opersänger)...

...Napoleon, oder eine Rock-Gruppe...

***

Aus Bruno Heises Memoiren:

 

     Einige Tage später trafen wir den anderen Hotelgast, unseren Einbahnstraßennachfolger wieder. Er erzählte uns, dass er um ein Haar verprügelt worden wäre.

    Er sah auf einem Felde eine Schar mit Pluderhosen bekleideter Frauen unter Aufsicht eines Mannes arbeien. Er verließ seinen Wagen, um das malerische, gleichzeitig den Wert des Mannes verdeutlichendes Bild photographisch festzuhalten. Als der Aufseher das bemerkte, ergriff er einen Knüppel und lief wutentbrannt auf den Giaur zu, um ihn für dessen schändliches Tun zu bestrafen.

    Gott sei Dank, der Giaur erreichte noch rechtzeitig sein Auto und konnte flüchten.

    Ich war froh, dass ich nicht selbst die Erfahrung zu machen brauchte, dass in Anatolien trotz eines Kemal Atatürk Zucht und Ordnung bewährter islamitischer Art herrscht und das Verbot menschlicher Abbildungen nicht nur in Moscheen gilt, sondern im Falle weiblicher Personen auch opportunistisch auf den Alltag ausgedehnt werden kann. Die individuelle Gesetzesinterpretation ist eben auch ein Stück von Freiheit.

 

*** 

Schimpfwort gavur:

 

     

    Im Koran, dem islamischen Glaubensbuch, werden alle, die nicht an Allah, an den Propheten Mohammed, an andere Propheten, an Engel, an die Glaubensbücher z.B. den Koran oder die Bibel u.a., an Unfälle oder an das Schicksal glauben, als "Kafir" bezeichnet. Solche Menschen können auch nicht mehr nach dem Tode auferstehen, denn für Moslems gibt es ein Leben nach dem Tod.

 

*** 

Es fällt auf, dass wärend der Westen das Wort mit romantisiert, im türkischen die negative Konotation beibehalten wird.

Noch ein Beispiel, der zeigt, wie lebendig das Wortgebrauch heute in der türkischen Sprache ist:

Das Wort taucht öfters in Bilder mit Erdogan auf:

***

Buchautor Mehmet Farac schrieb einen historischen Roman Son Gavur:

***

Und hier jemand, der seine Lektion bereits gelernt hat:

 

    Lest den Koran und dann wißt ihr warum. Es heißt zum Beispiel: Habt keinen Ungläubigen (Giaur) zum Freund. Die Christen und die Juden sind die Feinde des Islams. Deshalb wird solange der Islam besteht kein Dialog bestehen

 

Hier der Koran zum selber nachschlagen: Sure 5, Vers 51 - egal in welcher Übersetzung. Es ist nur dank Ausblendung der Realität möglich zu glauben, dass die Moslems mit uns in Frieden und Freundschaft leben wollen. Du und ich, wir sind für die Moslems nur die Ungläubigen, egal ob gavur oder kafr (im Grunde dasselbe Wort gabr - ungläubig) - wir sind für sie die schmutzigen Hunde, die nie in ihrem islamischen Himmel Einlaß erhalten werden. Unser ist die Hölle, so wie  die Phantasie eines Moslems sich die Hölle am schlimmsten ausmalen kann... Auch heute, wie vor 100 Jahren. Auch in Berlin, so wie in Ankara.

 

So sehen die Moslems und Giaurs.

 

8.3.07 11:00


In memoriam Slobodan Milošević



Anläßlich des ersten Jahrestages des gewaltsamen Todes von Slobodan Milošević, dem früheren Staatsoberhaupt eines republikanischen und multiethnischen Gemeinwesens, das bis 1999 einer Re-Islamisierung der Balkanhalbinsel Widerstand leistete, dokumentieren wir den Wortlaut von Miloševićs Rede zum 600. Jahrestag der Schlacht auf dem Amselfeld (Kosovo polje).  

An diesem Ort, im Herzen Serbiens, auf dem Kosovo Polje, hat vor sechs Jahrhunderten, vor genau 600 Jahren, eine der größten Schlachten damaliger Zeiten stattgefunden. Fragen und Geheimnisse haben dieses Geschehen wie viele andere große Ereignisse begleitet, es wurde Gegenstand ununterbrochener wissenschaftlicher Untersuchungen und nicht zuletzt auch der Neugier des Volkes.

Durch soziale Umstände bedingt, findet das große sechshundertjährige Jubiläum der Kosovo-Schlacht in einem Jahr statt, in dem Serbien nach vielen Jahrzehnten seine staatliche, nationale und geistige Integrität wieder gefunden hat. So fällt es uns heute nicht schwer, die Frage zu beantworten: Wie werden wir vor Milos [Obilic; Anm. von D. L. S.] auftreten?

Wie das Leben und die Geschichte spielen, sieht es so aus, als ob Serbien gerade 1989 seinen Staat und seine Würde wieder gewonnen hat, um das historische Ereignis ferner Vergangenheit zu feiern, das für Serbien sowohl symbolisch als auch geschichtlich eine große Bedeutung für die Zukunft hat.

Heute ist schwer zu sagen, was bei der Kosovo-Schlacht historische Fakten sind und was zur Legende gehört. Aber das ist auch nicht wichtig. Erfüllt von Schmerzen, aber auch von Hoffnung, ist das Volk gewöhnt, sich zu erinnern, ganz wie es eigentlich auch bei anderen Völkern der Fall ist. Das Volk hat sich wegen des Verrates geschämt, hat aber auch die Tapferkeit gepriesen. Deshalb ist heute schwer zu sagen, ob die Kosovo-Schlacht eine Niederlage oder ein Sieg für das serbische Volk war, ob wir als Folge der Niederlage in die Sklaverei kamen oder ob wir aus dieser Niederlage gelernt haben, die Zeiten der Sklaverei zu überleben. Die Antworten auf diese Frage werden das Volk und die Wissenschaft weiterhin suchen müssen. Was aber nach all diesen Jahrhunderten, die hinter uns liegen, Gewissheit geworden ist, das ist die Tatsache, dass wir auf dem Kosovo vor 600 Jahren unsere Uneinigkeit erfahren mussten.

Wenn wir eine Niederlage auf dem Kosovo erlitten haben, dann war das kein Ergebnis der gesellschaftlichen oder militärischen Überlegenheit des Osmanischen Reiches, sondern Ergebnis der tragischen Uneinigkeit an der Spitze des serbischen Staates. Damals, im fernen 1389, war das Osmanische Reich nicht nur stärker als das serbische Königreich, sondern auch glücklicher. Uneinigkeit und Verrat auf dem Kosovo werden das serbische Volk weiter als das Böse durch seine ganze Geschichte hindurch begleiten. Auch im letzten Krieg haben Uneinigkeit und Verrat das serbische Volk und Serbien in eine Agonie geführt, deren geschichtliche und moralische Konsequenzen die der faschistischen Aggression übertroffen haben.

Auch später, nach der Gründung des sozialistischen Jugoslawiens, war die Spitze der serbischen Führung in diesem neuen Land uneinig und neigte zu Kompromissen auf dem Rücken des eigenen Volkes. Die Zugeständnisse, die viele der serbischen Führer zum Nachteil des eigenen Volkes machten, wären weder historisch noch ethisch von irgendeinem Volk auf der Welt akzeptiert worden. Dies gilt umso mehr, als die Serben während ihrer ganzen Geschichte niemals Eroberer oder Ausbeuter waren. Das nationale und historische Wesen der Serben in ihrer ganzen Geschichte, insbesondere auch während der beiden Weltkriege, war die Befreiung von Knechtschaft und das Leben in Freiheit, und so bleibt es auch heute. Die Serben haben sich immer wieder selbst befreit und, wenn es ihnen möglich war, halfen sie auch anderen, sich zu befreien.

Und die Tatsache, dass sie in dieser Region als ein großes Volk gelten, ist doch keine Schande und keine Sünde. Es ist ein Vorteil, den sie niemals gegen andere ausspielten. Aber ich muss sagen, hier auf diesem legendären Kosovo Polje, dass die Serben diesen Vorteil auch niemals zu ihrem eigenen Wohl genutzt haben.

Den serbischen Politikern und Führern und deren Vasallenmentalität ist zu verdanken, dass die Serben Schuldgefühle den anderen und sich selber gegenüber hatten. Die Uneinigkeit der serbischen Politik hat Serbien zurückgeworfen, und ihre Inferiorität hat Serbien gedemütigt. Das ging so über Jahre und Jahrzehnte. Wir sind heute hier auf das Kosovo Polje gekommen, um zu sagen, dass heute die Dinge anders liegen. Es gibt keinen anderen, keinen geeigneteren Ort als Kosovo Polje, um zu sagen, dass die Einigkeit in Serbien auch dem serbischen Volk, den Serben und jedem Bürger Serbiens, unabhängig von seiner nationalen und religiösen Zugehörigkeit, Wohlstand bringen wird.

Serbien ist heute geeint und anderen Republiken gleichgestellt. Es ist bereit, alles zu tun, um das materielle und soziale Leben aller seiner Bürger zu verbessern. Mit Verständnis füreinander, mit Zusammenarbeit und Geduld wird Serbien dabei erfolgreich sein. Deshalb ist auch der Optimismus mit Blick auf die Zukunft, wie er heute allenthalben in Serbien festzustellen ist, durchaus gerechtfertigt. Dieser Optimismus basiert auf der Freiheit, die allen Menschen ermöglicht, positive, kreative und humanitäre Fähigkeiten zum Wohl der gesamten Gesellschaft und auch zum eigenen Wohl zu entfalten.

In Serbien haben niemals nur die Serben gelebt. Heute leben in diesem Lande mehr als jemals zuvor Bürger anderer Völker und Nationalitäten. Und das ist natürlich kein Nachteil für Serbien. Im Gegenteil: Es ist ein Vorteil Serbiens. In diesem Sinne ändert sich das nationale System, so wie es heute auch in anderen Ländern, insbesondere in den hoch entwickelten Ländern der Welt, der Fall ist. Immer mehr und immer erfolgreichere Bürger verschiedener Nationen und verschiedener Religionen leben in einem gemeinsamen Land zusammen. Im besonderen Maße soll der Sozialismus als eine progressive, demokratische Gesellschaft die Menschen zusammenführen und dazu beitragen, deren Trennung nach nationaler oder religiöser Zugehörigkeit zu überbrücken. Der einzig maßgebende Unterschied zwischen den Menschen im Sozialismus sollte der Unterschied zwischen denen sein, die arbeiten, und denen, die nicht arbeiten wollen. Zwischen Menschen, die füreinander da sind und sich gegenseitig achten, und solchen, die keinen Respekt vor ihren Mitmenschen haben. Die Bürger Serbiens, die von ihrer eignen Arbeit leben, verdienen die Achtung aller, sie müssen einander respektieren, unabhängig von ihrer nationalen Zugehörigkeit. Gerade auf solchen Prinzipien der gegenseitigen Achtung und des gegenseitigen Respekts basiert unser Land.

Jugoslawien ist eine multinationale Einheit und kann nur überleben, wenn völlige Gleichberechtigung zwischen allen im Land lebenden Nationen hergestellt wird. Die Krise, die Jugoslawien getroffen hat, hat sowohl nationale als auch soziale, kulturelle und religiöse Zwietracht hervorgebracht. Dabei ist der Nationalismus das schlimmste Problem. Ihn zu überwinden ist die Voraussetzung dafür, die anderen Missstände zu beseitigen und die Konsequenzen zu mildern, die der Nationalismus hervorgebracht hat.

Seit dem Bestehen von multinationalen Gesellschaften war deren Schwachstelle immer das Verhältnis zwischen den einzelnen Nationen. Es besteht die Gefahr, dass die Frage der angeblichen Bedrohung einer Nation durch eine andere aufgeworfen werden kann, was wiederum zu einer Welle von Verdächtigungen, Anschuldigungen und Intoleranz führen kann, einer Welle, die unaufhaltsam wächst und sehr schwer zu stoppen ist. Diese Gefahr bedrohte uns die ganze Zeit.

Innere und äußere Feinde multinationaler Gesellschaften wissen das und tun alles, sie durch das Anstacheln nationaler Konflikte zu zerstören. Gegenwärtig wird das in Jugoslawien versucht – nie zuvor hatten wir solche tragischen nationalen Konflikte zu ertragen, die die Existenz unserer Gesellschaft in Frage stellten.

Gleichberechtigte und harmonische Beziehungen zwischen den jugoslawischen Völkern sind die unabdingbare Voraussetzung für das Überleben Jugoslawiens, die einzige Möglichkeit, aus der gegenwärtigen Krise einen Ausweg zu finden, vor allem um ökonomische und soziale Prosperität für das Land zu erreichen. In dieser Hinsicht unterscheidet sich Jugoslawien nicht von anderen Ländern der Welt, und insbesondere nicht von den entwickelten Ländern.

Die heutige Welt zeichnet sich immer stärker durch Toleranz, Kooperation und Gleichberechtigung zwischen den Nationen aus. Die moderne ökonomische, technologische, aber auch politische und kulturelle Entwicklung führt die Menschen verschiedener Nationen zueinander, macht die Völker voneinander abhängig und trägt Zug um Zug zu ihrer Gleichberechtigung bei. Zur Zivilisation, der die Menschheit zustrebt, haben vor allem die gleichberechtigten und vereinten Völker Zutritt. Auch wenn wir nicht an der Spitze dieses Weges in die Zivilisation sein können, so möchten wir doch auch nicht die letzten sein.

Zur Zeit der großen historischen Schlacht auf dem Kosovo Polje blickten die Menschen hinauf zu den Sternen, von denen sie sich das Heil erhofften. Jetzt, sechs Jahrhunderte später, blicken sie wieder hinauf zu diesen Sternen – um sie zu erobern. Und auf jeden Fall dürfen sie sich heute nicht mehr erlauben, uneinig zu sein und sich von Hass und Verrat leiten zu lassen, leben sie doch nicht mehr in kleinen, schwachen und kaum miteinander verbundenen Welten. Heute können die Menschen dieses Planeten nicht einmal ihren eigenen Planeten erobern, wenn sie sich nicht einig sind, geschweige denn andere Planeten, solange sie nicht in Harmonie und Solidarität leben.

Gerade deshalb haben, vielleicht wie nirgendwo sonst auf dem Boden unseres Heimatlandes, die Worte Einigkeit, Solidarität und Gemeinsamkeit soviel Sinn auf dem Kosovo Polje, dem Symbol der Uneinigkeit und des Verrates. Diese Uneinigkeit, die für die Niederlage in der Schlacht verantwortlich war und auch für das unglückliche Schicksal, das Serbien ganze fünf Jahrhunderte lang ertragen musste, ist im Gedächtnis des serbischen Volkes und wird es bleiben. Auch wenn es mit den historischen Gegebenheiten nicht unbedingt übereinstimmen mag, so bleibt doch die Gewissheit, dass das Volk seine Uneinigkeit als seine größte Tragödie erlebt hat. Deshalb haben wir die unbedingte Verpflichtung, die Uneinigkeit zu überwinden – das ist die unbedingte Voraussetzung, um künftig Niederlagen, Misserfolge und Stagnation durchzustehen.

Das Volk in Serbien ist sich in diesem Jahr bewusst geworden, dass es seine innere Einheit als unverzichtbare Voraussetzung für das heutige Leben und seine weitere Entwicklung finden muss. Ich bin überzeugt, dass Serbien aufgrund dieses Bewusstseins der Einigkeit nicht nur als Staat, sondern auch als erfolgreicher Staat leben wird. Deshalb, so denke ich, macht es doch Sinn, gerade hier auf dem Kosovo, wo einmal Uneinigkeit auf tragische Weise und für Jahrhunderte Serbien zurückgeworfen hat, zu sagen, dass nur die Einheit uns die Kraft geben wird, Serbien zu erneuern und die Würde zurückzuerlangen. Und dieses Bewusstsein von der inneren Einigkeit stellt auch für Jugoslawien eine Notwendigkeit dar, weil das Schicksal Jugoslawiens in den Händen aller seiner Völker liegt.

Die Kosovo-Schlacht ist auch ein Symbol für Tapferkeit. Das drückt sich in Gedichten, Legenden, in der Literatur und in Erzählungen aus. Die Helden des Kosovos inspirieren seit sechs Jahrhunderten unsere Kreativität, sie nähren unseren Stolz, sie lehren uns nicht zu vergessen, dass es einmal eine Armee gegeben hat, die tapfer und stolz war – eine der wenigen, die trotz der Niederlage nicht verloren hat.

Sechs Jahrhunderte später stehen heute wieder Kämpfe bevor. Es sind keine bewaffneten Kämpfe, die wir auszutragen haben, obwohl auch solche nicht auszuschließen sind. Aber unabhängig davon, welche Kämpfe uns bevorstehen, sie können nicht ohne Entschlossenheit, Tapferkeit und Aufopferung gewonnen werden, also nicht ohne die guten Eigenschaften, die man auch damals auf dem Kosovo demonstrierte.

Unser heutiger Kampf zielt auf die Verwirklichung der ökonomischen, politischen, kulturellen, der umfassenden Prosperität unseres Landes. Und dieser Kampf wird umso erfolgreicher sein, je mehr wir uns der Zivilisation nähern, in der die Menschheit im 21. Jahrhundert leben wird. Auch für einen solchen Kampf brauchen wir Tapferkeit. Natürlich eine andere Art von Tapferkeit. Es bleibt aber eine Herzensangelegenheit, ohne die nichts auf der Welt, nichts Ernsthaftes, nichts wirklich Großes erreicht werden kann. Eine Tapferkeit, die aus dem Herzen kommt und immer für die Menschheit lebensnotwendig bleiben wird.

Vor 600 Jahren verteidigte Serbien hier auf dem Kosovo tapfer nicht nur sich selbst, sondern auch Europa. Serbien stand damals für die Verteidigung europäischer Kultur, Religion und der europäischen Gesellschaft insgesamt. Deshalb ist es heute ungerecht und im Widerspruch zur Geschichte, ja, es ist sogar absurd, die Zugehörigkeit Serbiens zu Europa in Zweifel zu ziehen. Serbien gehört zu Europa, heute wie in der Vergangenheit, und zwar auf eine Art und Weise, die seiner Würde und seinem Wesen entspricht. In diesem Geiste möchten wir heute eine Gesellschaft aufbauen, die reich und demokratisch ist. Dadurch wollen wir zum Wohlergehen unserer Kinder und unseres Landes beitragen, das heute völlig zu Unrecht leiden muss. Wir wollen das Unsere tun, um das Streben aller progressiven Menschen unserer Zeit nach einer neuen, schöneren Welt zu unterstützen.

Die Erinnerungen an die Tapferkeit der Kosovo-Helden soll ewig leben!

Hoch lebe Serbien!

Hoch lebe Jugoslawien!

Hoch lebe der Frieden, hoch lebe die Brüderschaft zwischen den Völkern!

10.3.07 13:26


Dhimmitude: Theokratie ist Frieden, Selbstaufgabe ist Toleranz

 

Welcher Staatsmann erklärte den Islam für eine "Religion des Friedens und der Toleranz", die "zahllose Individuen inspiriert hat, ein Leben in Ehrbarkeit, Integrität und Moral" zu führen?

13.3.07 14:41


Niedersächsisches Monopol auf Serbenmord?



WELT ONLINE, 12.3.2007:

"In Hannover tobt ein bizarrer Streit: Mehr als 60 Jahre nach dem Tod des obersten NS-Verbrechers will die SPD-Landtagsfraktion ihm posthum die deutsche Staatsbürgerschaft entziehen. [...]"

14.3.07 18:10


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