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Orthodox vs. Orthodox

 

Unter Kommunistenführer bereut Kirchenverfolgung lesen wir heute, daß der russische KP-Chef Gennadi Sjuganow die von seiner Partei begangene Christenverfolgung in der Sowjetzeit nachträglich als einen "schweren Fehler" bezeichnet. Wer hätte das gedacht?

 

Sowjetstern

Bedeutet das, daß man demnächst auch darauf hoffen darf, daß die russische KP Lenin auf den Müllhaufen der Geschichte befördert? War es doch Lenin, der auf Grundsätzen wie

"Jede religiöse Idee, jede Idee von irgendeinem Gott, ja sogar jedes Kokettieren mit solchen Gedanken ist eine unaussprechliche Gemeinheit, die niederträchtigste Infektion"
Lenin, „Mysli Lenina o religii", russ. Sowjetausgabe
Der Ton in russischer Sprache ist höhnisch.

ein Schreckensregime errichtete, in dem es zum guten Ton gehörte, Gottes Herrschaft zu leugnen. Konsequent wäre eine Entsorgung Lenins also allemal. Nur würde das freilich bedeuten, daß die KP praktisch ihre ganze Geschichte, die sie als Erbe mit sich herumschleppt, aufarbeiten müßte und das beträfe dann ja nicht nur die KP, sondern indirekt ja auch den russischen Staat von heute.

Auffallend ist, daß nicht nur in der russischen KP eine Zeitenwende zu beobachten ist. Auf Drängen Putins hin fand die Trennung der beiden Orthodoxen Kirchen Russlands im April diesen Jahres nach 80 Jahren ihr Ende! Auslöser für die Trennung waren unüberbrückbare Unterschiede zwischen den in Russland und den im Exil lebenden russisch-orthodoxen Christen bei der Einordnung des Sowjetstaates:

 

Als sich nun in Rußland der antireligiöse Terror der kommunistischen Regierung steigerte und immer mehr Geistliche in Bedrängnis gerieten, vor allem aber Patriarch Tichon Loyalitätserklärungen gegenüber dem Sowjetstaat abgeben mußte, argumentierte die inzwischen unter Leitung von Metropolit Antonij (Chrapovickij) gebildete Synode der Auslandsbischöfe, die auf Einladung der Serbischen Orthodoxen Kirche in Sremski Karlovci [Karlowatz in Syrmien] in Nordserbien eine Heimat gefunden hatte, daß eine reguläre kirchliche Gewalt in Rußland nicht existiere, die so frei handeln könne, daß man ihr Gehorsam schulde. Ihrerseits legten sich die Auslandsbischöfe in politischen Fragen eindeutig auf die monarchistische Linie fest und forderten auf einem Konzil in Sremski Karlovci 1922 die Wiederherstellung des russischen Kaisertums unter dem Großfürsten Kirill Vladimirovic als Zar Kirill I.

Quelle: Geschichte der Russ. Orthodoxen Kirche in Dtl.


allein hieran zeigt sich schon, wie schwer das Joch der Sowjetherrschaft war. Doch die Tiefe der Spaltung versteht man erst, wenn man dieses hier liest


Zum endgültigen Bruch kam es 1927, als das neue Moskauer Kirchenoberhaupt Sergi zur Kooperation mit den Kommunisten aufrief. Danach brach die orthodoxe Führung im Ausland den Kontakt nach Moskau ab. Bis heute stößt die Botschaft Sergis bei einem Teil der Auslandskirche auf heftigen Unwillen. „Sünde bleibt Sünde“ empörte sich Bischof Gawriil von Manhattan über die Rechtfertigungsversuche des Patriarchats, nur auf diese Weise sei das Überleben der Kirche im Sowjetreich überhaupt möglich gewesen.

Dabei ist auch die Auslandskirche nicht frei von Sünde. Die offene Unterstützung für Hitler beim Überfall auf die Sowjetunion zählt wohl zu den dunkelsten Kapiteln der orthodoxen Kirchengeschichte. In seiner berüchtigten Osterbotschaft 1942 pries Metropolit Anastasi, zu der Zeit Oberhaupt der Auslandskirche, das „tapfere germanische Schwert“, das Kiew, Smolensk und Pskow von den Kräften der Hölle befreit habe.

Quelle: Russische Kirche: Wiedervereinigung nach 80 Jahren


da kann man nur sagen: Möge Gott es geben, daß die Wunden der Zeit verheilen, damit die Kirche des Heiligen Russlands auch in ihrem Inneren genesen kann und zu neuer Kraft kommt.

Der seinerzeit in Paris residierende Metropoliten Evlogij
14.8.07 21:37
 



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