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Petra tou Romiou/Geburtsstätte der Aphordite



Zypern. Wunderschönes Postkartenmotiv bei Paphos. Reisebuse wie Mietwagen bleiben für die obligate Fotosession stehen. Die Reiseleiter bereiten die Touristen rechtzeitig vor, dass sie hier die "sagenhafte" Stelle erleben werden, wo einst Aphrodite, die Göttin der Liebe geboren wurde. Der längliche Fels in der Brandung soll der abgeschnittene Penis des Uranos sein.
Die Reiseleiter nennen den griechischen Namen: Petra tou Romiou, auf deutsch der Stein des Griechen, ist nach der Sage mit dem Namen des Legendaeren “DIGENIS AKRITAS”, Grenszwaerten zur byezantinischen Zeit, verbunden. Digenis Akritas hat mit seinen ausgewoehnilichen Kraeften, die “Sarakinen”, die das Land pluendern wollten, an die Kueste aufgehalten. Digenis Akritas hat nach der Sage diesen riesigen Felsen in die Hoehe gehoben und ins Meer geworfen. Dadurch hat er die feindlichen Schiffe zerstoert.




Ähnliches erzählte man sich über die Pentadaktylos-Gebirge im Norden Zyperns, über dem Gebirgsmassiv in der Form einer Faust mit fünf Fingern, die aus dem türkisch besetzten Nordzypern aufragen. Dies war die Faust des Griechen, die die Steine über die herannahnden Sarazenen warf.

Wie kommt es nur, dass die Touristen so wenig darüber erfahren wollen. Man will baden; man will Aphrodites Spuren entdecken; man besichtigt die weltberühmten Mosaiken von Nea Paphos; man macht Wandertouren in den Trodosgebirge und siehst sich byzantinischen Kirchen, die wie viele kleine Kostbarkeiten zwischen den Bergen zerstreut sind.

Aber wenige, sehr wenige europäische Touristen wollen wissen, wie es war, als Lala Mustafa Pasha den venezianischen Gouverneur der Insel, Bragadino beim lebendigen Leibe häutete...

1570 began der Ansturm türkischer Invasionstruppen. Zunächst wurde Nicosia belagert und eingenommen, dann marschierten die Türken mit 200.000 Mann auf Famagusta. Die Belagerung dauerte fast ein Jahr, währenddessen die türkische Übermacht sechsmal zrückgeschlagen werden konnte. Schließlich blieben von ursrprünglich 10.000 Mann Besatzung in Famagusta nur etwa 400 übrig, die drohten, Hungers zu sterben. Also bot der Kommandant von Famagusta, Marcantonio Bragadino, am 1. August 1571 die Kapitulation an.
Die Türken dankten es ihm nicht: Der Kommandant der türkischen Truppen, Lala Mustafa Pasha, schnitt Bragadino persönlich die Ohren und die Nase ab, nachdem die verbliebenen Männer Bragadins massakriert worden waren. Schließlich wurde ihm auch noch beim lebendigem Leibe die haut abgezogen, die dann mit Stroh ausgestopft als Trophäe nach Konstantinopel ebracht wurde. Erst später konnten die sterblichen Überreste von einem patriotischen Venezianer in Konstantinopel gestolen und nach Venedig gebracht werden, wo sie heute in einer Urne in der Kirche Giovanni e Paolo liegen.

Wieso wollte die EU eben diese Zyprioten zwingen, sich 2003 mit der türkischen Invasoren im Norden der Insel zu vereinigen? Wieso konnten die hohen Herren aus Brüssel nicht begreiffen, was im zyprischen Herz steckt?
Man buckelt heute so eifrig vor die Efendis aus Ankara. Aber was ist mit den Zyprioten? Haben sie keine Ehre? Ankara hat Südzypern als souveränen Staat bis heute nicht anerkannt, ein Fakt, was anbetracht der langen Besatzungsgeschichte durch den Osmanischen Reich eine besondere Bedeutung hat. Man ist sehr besorgt, die Türkei nicht zu beleidigen. Aber wieso kümmert man sich so wenig um die Befindlichkeit Zyperns?
14.10.06 23:16
 



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