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Giaur



Was dem Araber der Kaf'r, das ist dem Türken der Giaur: 'ein ungläubiger Hund'. Der Duden gibt die Bedeutung des Wortes mit Ungläubiger, Nichtgläubiger an. Vielleicht sollte man die Bilder und Bildnisse ansehen, die das Wort in der osteuropäische Kulturgeschichte einnimmt, um sich ein bessere Vorstellung zu machen:

 

George Gordon Byron: The Giaour

 

***

Ilustration aus Karl May: "So stirb, Giaur!"

***

Turkmenistan - Giaurkala

Das Wort Giaur  (türkisch gavur) kommt ursprünglich aus dem persischen gabr und bedeutete dort "Feueranbeter"

***

Ein Ausschitt aus Der Liebe des Ulanen - Karl May:

 

    »Allah il Allah! Du bist ein Ungläubiger, ein Giaur!« rief da der Scheik.

     

    »Ich? Ein Giaur?« entgegnete Richemonte mit erhobener Stimme. »Zügele Deine Zunge, Scheik Menalek. Wäre ich nicht Dein Gast, so würde ich Dir die Klinge meines Messers zwischen die Rippen stoßen.«

    »Und dennoch bist Du ein Giaur.«

    »Beweise es!«

    »Du schwörst bei Allah und dem Propheten und redest doch die Unwahrheit. Das thut nur ein Giaur, der nicht an Allah glaubt und den Propheten schändet.«

    »Dein Vorwurf trifft mich nicht. Wie kannst Du sagen, daß ich die Unwahrheit spreche? Sage mir eine einzige Lüge, welche Du von mir gehört hast!«

    ***

 Gyaur

Im Lande des Mahdi - Karl May:

    Da sprang der Gebieter der Michbaja auf, trat hart zu ihm heran und zischte ihm zu:
     
    »So sei dir ein letztes, ein allerletztes Wort gesagt. Ich gebe dir Zeit bis zur nächsten Morgenröte; da wird sich dieser von Allah Verfluchte in meinen Fäusten winden. Bekennst du dich dann zu uns, so sollst du ein hoher und berühmter Führer von vieltausend Gläubigen sein; fährst du aber fort, zu reden wie in diesem Augenblick, so wird dir das große Glück werden, das Schicksal dieses deines vergötterten Giaur zu teilen.«
     
    »Um da meine Entscheidung zu hören, brauchst du nicht bis zur Morgenröte zu warten; ich verzichte auf den Ruhm, den ihr mir bietet, und wähle den Giaur!«

 

 

 

***

...als Hundename, im Formel 1, als Operfigur (oder auch Opersänger)...

...Napoleon, oder eine Rock-Gruppe...

***

Aus Bruno Heises Memoiren:

 

     Einige Tage später trafen wir den anderen Hotelgast, unseren Einbahnstraßennachfolger wieder. Er erzählte uns, dass er um ein Haar verprügelt worden wäre.

    Er sah auf einem Felde eine Schar mit Pluderhosen bekleideter Frauen unter Aufsicht eines Mannes arbeien. Er verließ seinen Wagen, um das malerische, gleichzeitig den Wert des Mannes verdeutlichendes Bild photographisch festzuhalten. Als der Aufseher das bemerkte, ergriff er einen Knüppel und lief wutentbrannt auf den Giaur zu, um ihn für dessen schändliches Tun zu bestrafen.

    Gott sei Dank, der Giaur erreichte noch rechtzeitig sein Auto und konnte flüchten.

    Ich war froh, dass ich nicht selbst die Erfahrung zu machen brauchte, dass in Anatolien trotz eines Kemal Atatürk Zucht und Ordnung bewährter islamitischer Art herrscht und das Verbot menschlicher Abbildungen nicht nur in Moscheen gilt, sondern im Falle weiblicher Personen auch opportunistisch auf den Alltag ausgedehnt werden kann. Die individuelle Gesetzesinterpretation ist eben auch ein Stück von Freiheit.

 

*** 

Schimpfwort gavur:

 

     

    Im Koran, dem islamischen Glaubensbuch, werden alle, die nicht an Allah, an den Propheten Mohammed, an andere Propheten, an Engel, an die Glaubensbücher z.B. den Koran oder die Bibel u.a., an Unfälle oder an das Schicksal glauben, als "Kafir" bezeichnet. Solche Menschen können auch nicht mehr nach dem Tode auferstehen, denn für Moslems gibt es ein Leben nach dem Tod.

 

*** 

Es fällt auf, dass wärend der Westen das Wort mit romantisiert, im türkischen die negative Konotation beibehalten wird.

Noch ein Beispiel, der zeigt, wie lebendig das Wortgebrauch heute in der türkischen Sprache ist:

Das Wort taucht öfters in Bilder mit Erdogan auf:

***

Buchautor Mehmet Farac schrieb einen historischen Roman Son Gavur:

***

Und hier jemand, der seine Lektion bereits gelernt hat:

 

    Lest den Koran und dann wißt ihr warum. Es heißt zum Beispiel: Habt keinen Ungläubigen (Giaur) zum Freund. Die Christen und die Juden sind die Feinde des Islams. Deshalb wird solange der Islam besteht kein Dialog bestehen

 

Hier der Koran zum selber nachschlagen: Sure 5, Vers 51 - egal in welcher Übersetzung. Es ist nur dank Ausblendung der Realität möglich zu glauben, dass die Moslems mit uns in Frieden und Freundschaft leben wollen. Du und ich, wir sind für die Moslems nur die Ungläubigen, egal ob gavur oder kafr (im Grunde dasselbe Wort gabr - ungläubig) - wir sind für sie die schmutzigen Hunde, die nie in ihrem islamischen Himmel Einlaß erhalten werden. Unser ist die Hölle, so wie  die Phantasie eines Moslems sich die Hölle am schlimmsten ausmalen kann... Auch heute, wie vor 100 Jahren. Auch in Berlin, so wie in Ankara.

 

So sehen die Moslems und Giaurs.

 

8.3.07 11:00
 



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