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Die Haiduken - von Konstantin Petkanow

Was vorher geschah:

Ein reicher Türke veranstaltet bei der Hochzeit seines Sohnes einen Ringkampf. Der Gewinner soll als Siegerprämie ein prächtiges Paar Ochsen erhalten. Den Ringkamp gewinnt ein bulgarischer Bauer Filtscho, obwohl ein berühmter türkischer Boxkämpfer beteiligt war. Der Gastgebertürke namens Tschilli sagt den Bulgaren: "Die Büffel gehören dir. Aber merke dir gut, ich hatte nicht daran gedacht, sie einem Giaur zu überlassen. Auf meinem Fest bist du der Sieger, nimm die Büffel und geh fort. Ihre Ketten glühen, und wenn sie dich verseengen, dann denke daran, dass du selbst vor den Rachen des Wolfes gelaufen bist. Hüte dich von heute an!" Ab diesen Tag Tauchen immer wieder türkische Reiter im bulgarischen Dorf auf, die nach dem Ringkampfsieger und nach den Ochsen Ausschau halten. Dann, eines Tages wird er im Wald, beim Holzholen (regulär bezahlt) gestellt genötigt. Im Gemengel erschießt er einen Türken, mit der Waffe des türkischen Forsthüters, die er diesem abgenommen hatte. Die Türken führen die Ochsen wieder ab, der Bulgare (Filtscho) entkommt durch die Wald mit dem Gewehr des Forsthüters und geht nach Hause. Hier beginnt der Ausschnitt:

Filtshco blieb den ganzen Tag zu Hause. Ein paar Verwandte suchten ihn, aber er meldete sich nicht. Die Leute, die mit ihm im Holz gewesen waren, berichteten, dass er in den Wald gegangen war und sie ihn danach aus den Augen verloren hätten. Nur Rufe hätten sie vernommen und einige Gewehrschüsse. Das genügte, um das Dorf in Aufregung zu versetzen. Jeder wollte über Filtschos Schicksal etwas erfahren. Die Männer überließen das Vie den Frauen und versammelten sich in Todorakis Laden.

Er war voller Bauern; jeder fragte und forschte, man sorgte sich um Filtscho und seine Büffel. Was hatten die Schüsse zu bedeuten?... Jemand erzählte, er habe auf dem Rückweg aus der Mühle von Assabegli Türken getroffen, die Büffel fortführten, und er habe Filtschos Tiere erkannt.

"Dann ist mit Filtscho etwas geschehen. Entweder haben sie ihn umgebracht, oder er hat einen Türken zur Strecke gebracht."

Der Gedanke, die Türken könnten Filtscho umgebracht haben, erschreckte die Männer, man merkte ihnen die wachsende Unruhe an: "Wenn er nicht zurückkommt, sieht es böse aus."

"Die Türken fangen wieder an, uns nach dem Leben zu trachten."

"Sobald jemand sich ein bißchen hervorwagt, ist er ihnen gleich verdächtig."

Mirtscho stand an der Tür und hörte zu. Er ärgerte sich über die ängstlichen Topolaner und mischte sich in das Gespräch ein: "Filtscho ist wohlauf und munter, ihm ist nichts zugestoßen."

"Hast du ihn getroffen?"

"Mirtscho, erzähle doch, was mit Filtscho los ist - wenn du etwas weißt."

"Sperrt eure Ohren auf: Filtscho ist ein Held, keine memme wie ihr. Fünf Türken haben ihn überfallen, um ihm die Büffel auszuspannen, aber er hat einen Stock genommen und sie anständig verprügelt."

"Alle fünf?"

"Glaubst du, Filtscho könnte nicht mit fünf Türken fertig werden?!

Mirtscho schwindelte und stellte alles so dar, wie er wünschte, dass es sich abgespielt hätte. Von Türken überfallen, würde er sich nicht ergeben, sondern bis zum Ende kämpfen - entweder sie oder er. Sterius Tod stand ihm vor Augen!

Djado Kambur, der aufmerksam zugehört hatte, schüttelte den Kopf: "Wenn es so steht, Kinder, dann kommen die Türken ins Dorf, um ihn zu suchen. Sie haben die Macht, sie können alles tun."

Mirtscho setzte sich auf die Bank, lehnte den Rücken an die Wand und sagte gelassen: "So wie sie gekommen sind, werden sie auch wieder gehen."

"Aber wenn sie nicht gehen?"

"Ich jage sie fort!"

Zweifelnd blickte man ihn an. Man wußte, dass er jähzornig, rasch und tapfer war, doch der Gedanke, die Türken aus dem Dorf zu verjagen, grenzte an Wahnsinn. Ein verständiger Mensch redete nicht so - es roch nach Angabe.

"Du prahlst ganz schön."

Mirtscho erhob sich, stellte sich in die Mitte des Raumes und sah die Männer an: "Wer hat das eben gesagt?"

"Selbstverständlich ist das Prahlerei - Türken verjagt man nicht so leicht."

"Du bist ein altes Weib, ein Angsthase!"

Mit Mirtscho war nicht zu spaßen; niemand wußte, auf wen er sich stürzen würde. Am besten war es, sich ruhig zu verhalten. Die Leute traten zurück, denn Mirtscho begann zu toben, er drohte den Türken. Aber wie kühn auch seine Drohungen gegen Filtschos Feinde waren - die Männer waren nicht zu beruhigen. Besorgt verließen sie mit müden Schritten den Laden.

Zehn von ihnen versammelten sich am Zaun des nächsten Gehöftes und flüsterten miteinander. Doch da tauchten am oberein Ende des Weges zwei Gendarmen zu Pferde auf. Sobald sie diese bemerkten, senkten sie die Köpfe, steckten die Hände in die Taschen und gingen auseinander. Die unerwarteten Gäste hielten vor der Ladentür und stiegen aus dem Sattel. Todoraki rief den Gemeindeboten herbei und veranlaßte ihn, die pferde der Türken auf und ab zu führen. Dei Gendarmen ergriffen ihe Gewehre, betraten mürrisch und ohne zu grüßen den Laden und verlangten Stühle. Man brachte sie ihnen sogleich. Der Größere der beiden wandte sich an die bei Todoraki zurückgebliebenen Bauern: "Ist der Ringkämpfer Filtscho hier?"

"Er ist nicht im Dorf", erwiderte Mirtscho schnell.

"Hole ihn!"

"Ich bin weder euer Bote noch euer Knecht."

"Geh und hole ihn, Giaur!"

Mirtscho erblaßte, erhob sich jedoch nicht. Er drehte den Türken herausfordernd den Rücken zu und baumelte geringschätzig mit den Beinen. Der Gendarm stand auf, nahm seine Peitsche und ging damit auf ihn los. Da tauchte an der Tür plötzlich Dimiter Pendew auf und rief dem Türken zu: "Rühre ihn nicht an, Efendi, er ist nicht bei Verstand, er ist verrückt."

"Du bist verrückt!" entgegnete Mirtscho ärgerlich seinem Bruder.

"Nimm deinen Verstand zusammen, Bruder! Reize sie nicht, sie sind heimtückisch."

Der Gendarm wandte sich an die anderen Männer: "Ruft Filtscho her!"

Einer nach dem anderen verließ den Laden und entfernte sich. Nur wenige blieben zurück. Die Türken wurden ungeduldig, sie drohten ärgerlich: "Wenn ihr ihn versteckt, nehmen wir euch mit!"

"Das wird nicht geschehen", warf Mirtscho ein.

Man rief den Boten herbei und schickte ihn nach Filtscho aus. Er ging bis zu dessen Haus, kam wieder zurück und berichtete, Filtscho sei nicht zu Hause.

"Wo ist er dann?"

"Ich weiß es nicht, er ist nicht im Dorf."

Die Gendarmen gingen auf den Platz hinaus und tobten. Vor Wut schlug der eine mit dem Griff seiner Peitsche auf die hölzerne Bank ein.

"Er ist ein Mörder! Liefert ihn aus, sonst wird das ganze Dorf darunter zu leiden haben."

"Geht und fangt ihn selbst!" entgegenete ihm Mirtscho.

Von fern, hinter den Flechtzäunen verstekct, schauten die Bauern zu. Sie wagten nicht, sich sehen zu lassen. Die Nachricht, dass Filtscho einen Türken umgebracht hatte, verbreitete sich mit Windeseile im Ort, sie drang in die Häuser und versetzte alle in Aufregung. Die Frauen gingen aus, um ihre Männer zu suchen. Niemand kam an den Brunnen, niemand dachte daran, sein Vieh zu tränken. Alle waren zutiefst erschrocken und erwarteten mit furchtsamem Herzen Schlimmes.

Die Gendarmen standen bei ihren Pferden und stießen im Zoern maßlose Drohungen aus. Da näherte sich Stojan, der Sohn Empers. Er kehrte vom Schafehüten zurück. Der Lärm zog ihn an - er kam heran und lauschte. Auf die Drohungen der Türken antwortete nur Mirtscho. Und wenn Dimiter sich nicht eingemengt hätte, würde der Streit ein schlechtes Ende genommen haben. Schließlich glaubten die Türken tatsächlich, dass Mirtscho geistig nicht normal sei; sie ließen von ihm ab, hielten sich jedoch jetzt an Dimiter: "Zeige uns Filtschos Haus!"

Mirtscho packte seinen Bruder am Arm und drohte: "Wenn du sie hinführst, zerbreche ich dir die Knochen!"

Dimiter schob ihn beiseite und wandte sich mit fester STimme an die Gendarmen: "Die Gemeinde hat einen Boten, der kann euch den Weg zeigen, ich habe zu tun."

Durch eine Kopfbewegung forderte er Mirtscho auf heimzugehen. Niemand blieb bei den Türken zurück. Als sie Stojan bemerkten, riefen sie ihn heran und fragten ihn: "Weißt du, wo Filtschos Haus ist?"

"Am Ende des Dorfes."

"Los, bring uns hin!"

 Türkische Gendarmen

Den Hiertenstab hinter sich her schleifend, ging Stojan vor den Gendarmen her. mirtscho, der sich häufig umdrehte, und natürlich wußte, wohin er sie führte, konnte sich nicht beherrschen und drohte: "Ich werde deinen Kopf wie eine Schlange zertreten, hörst du, Emper?"

Stojan schritt schneller aus. Er freute sich, Pendews eins auszuwischen. Sie sollten wissen und nicht vergessen, dass er stets ihr Gegner sein würde, und wenn das ganze Dorf verbrannte.

Vor Filtschos Hof hielten sie an. Die Türken stiegen jedoch nicht aus dem Sattel. Der Hofhund stürzte ans Tor und bellte aus Leibeskräften. Kalina trat auf den Hof, verschwand aber sofort wieder im Hause. Stojan öffnete das Tor.

"Hier ist Filtscho zu Hause."

Er ging fort. Aus den benachbarten Gehöften eilten alte Frauen und Kinder herbei, während die Männer nur über die Zäune spähten. Der große Gendarm stieg vom Pferd und schlug den Hund mit der Peitsche. Der lief winselnd zurück und blieb laut bellend vor der Haustür stehen. Filtscho verlor die Geduld; es ärgerte ihn, dass man seinen Hund geprügelt hatte, er versteckte das Gewehr und schickte sich an, auf den Hof hinauszugehen. Seine Frau hielt ihn weinend am Ärmel zurück und bat ihn, es nicht mit den Türken anzulegen. Sollten die Büffel und das Gewehr doch zum Teufel gehen! Er aber stieß sie beiseite und trat mit geballten Fäusten hinaus.

"Warum schlägst du meinen Hund? Was habt ihr in meinem Hof zu suchen?"

Die Türken richteten schnell die Gewehre auf ihn, umzingelten ihn und belauerten jede seiner Bewegungen.

"Los, komm mit!"

"Mit Türken habe ich nichts zu schaffen. Wo sind meine Büffel?"

Die Waffe auf Filtschos Rücken gerichtet, trieben ihn die Gendarmen vorwärts. Er ging langsam, packte mit einer Hand das Tor und schleuderte es auf, als wäre es federleicht. Kalina faßte ihre beiden Kinder an der hand und zog schluchzend hinter den Türken her. Auf der STraße blieb Filtscho stehen und schimpfte seine Frau aus: "Warum heulst du? Geh nach Haus und kümmere dich um deine Kinder, um mich sorge dich nicht. Gott ist gut, er wird mir helfen, diesen Wölfen zu entkommen. Mein Vergehen ist nicht sehr groß - ich habe einem verdammten Heiden den Hals umgedreht."

Der Zug erreichte die Landstraße nach Losengrad. Die Gendarmen nahmen Filtscho zwischen sich und begannen, ihn zu beschimpfen und mit dem Gewehrkolben zu schlagen. Bei einem starken Stoß kam er ins Wanken und griff unwillkürlich nach den Zügeln eines Pferdes. Der Reiter schlug ihm mit seiner Peitsche über die Hand. Es schmerzte ihn, als hätte man ihn mit glühendem Eisen verletzt. Vor Wut biß er die Zähne aufeinaner, stöhnte auf und blieb stehen: "Weslhalb schlägst du mich?"

"Du sollst nicht stehenbleiben, du Hund!"

Die Peitschenschnur sauste über Filtschos Kopf und schlang sich wie eine Natter um seine Schultern. Vor Schmerz fuhr er zusammen und hastete mit geballten Fäusten weiter...

Die Abenddämmerung legte über die Felder und verhüllte die Wege. Dei Landstraße war menschenleer. Bei Mitschows Brücke ragten die alten Pappeln wie Wächter empor und schienen Tag und Nacht auf Wanderer zu warten. Rauschend erzählten sie von dem Leben, das in ihrem Schatten verlöscht war. Filscho hörte sie. Er vernahm auch das Flüstern des Strandschagebirges, er sah die unzähligen Schluchten vor sich, und blitzschnell fuhr ihm ein Gedanke durch den Kopf...

Die Brücke über den Fluß ist hoch und hat kein Seitengeländer. Er würde schon vorher etwas an der Seite gehen und sich krank und müde stellen...

Filtscho zog ein Bein nach und fing an zu hinken. Er beklagte sich laut, dass seine Opanken zerrissen wären und ihn die Fußsohlen schmerzten, weil er auf der Straße jeden Stein fühlte. Unter diesem Vorwand wich er auf den Sandstreifen aus. Sie näherten sich der Brücke. Er spannte seinen Körper, ballte die Hände, hörte auf zu hinken, und in der Mitte der Brücke wandte er sich dem neben ihm reitenden Gendarmen zu und steiß ihn und sein Pferd mit aller Kraft in den Fluß. Ehe der zweite Gendarm begriff, was geschah, packte er dessen Gewehr am Kolben, holte ihn vom Pferd herunter, schlug ihm mit der Faust ins Gesicht und warf ihn ebenfalls von der Brücke hinab. Dann fing er das Pferd ein, schwang sich darauf, galoppierte über die Felder und verschwand in den Weinbergen von Losengrad.

Hinter ihm stimmten die Pappeln ein Heldenlied an.

Aus Filtscho wird nun ein Haiduk. Auch andere gesellen sich ihm zu.

Das Buch ist bereits für 2,50 Euro zu haben

Die Haiduken - Vorhergehender Artikel

Wer noch andere Bilder mit den Haiduken auftreiben kann, wir nehmen sie.

23.8.07 13:48
 
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