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Des Kaisers Rede zu den Griechen am Vorabend der Schlacht um Konstantinopel



Konstantin XI.

Ich sehe, meine Brüder, ihr Archonten und Hauptleute und ihr übrigen Männer, wie wir auf den Tag des Kampfes warten. Euch, die ihr alle tapfer streitet gegen die Feinde der Christenheit, ist das Vaterland, das teure, nun anvertraut, da der haßerfüllte Türke, der Sultan Mehmed, seit nunmehr zweihundertfünfzig Tagen uns angreift bei Tag und Nacht, und vor allem, da unsere Mauern in Breschen liegen und die Türken Steine und eine Unmenge von Pfeilen gegen euch schleudern und ihr wiederum die Feinde mit Gottes Hilfe abwehrt und  8von den Mauern] hinunterstürzt. So setze ich denn meine Hoffnung in Gott und in eure tapferen Hände mit euren Waffen, dass diese wilden und unmenschlichen Türken, die da in Unmenge mit großem Geschrei angerannt kommen und Pfeile ohne Zahl schießen werden, euch nichts anhaben können, denn ihr habt eherne Rüstungen und gute Schilde. Lasset also, meine Brüder, vor den Feinden den Mut nicht sinken, da es not tut, dass ihr kühn und tapfer seid! Diese Feinde sind Tiere, und ein einziger Mensch vermag viele Tiere zu verscheuchen: Jagt sie denn fort wie das Vieh! Hat doch auch dieser Sultan gehandelt wie das Tier, das er ist: Wir hatten einen beschworenen Frieden, aber er hat den Eid gebrochen und den Frieden  gebrochen und hat einen ungerechten Krieg angefangen. Wie ein Tier ist er von Adrianopel dahergestürmt, hat unsere Dörfer überfallen und unsere Bauern nhingemetzelt, die zur Sommerszeit außer der Stadt wohnen, und hat viele in die Knechtschaft weggeschleppt. Und jetzt belagert er unsere Stadt, die Konstantinos der Große erbaut hat und die des Vaterlandes Schutz und Schirm war, der Christen Hort und der Griechen Macht. Jetzt will er unser Reich vernichten und dazu die Kirche Christi unter den Füßen zertreten und sie zum Stall machen für seine Pferde. O meine Brüder, ihr Archonten und Hauptleute, o ihr Heldensöhne Christi: Streinget euch an und kämpfet, auf dass ihr das Himmelreiches teilhaftig werdet! Und ihr, o tapfere genuesische Brüder, die ihr schon so viele Feinde bezwungen habt: Allezeit seid ihr den Kaisern dieser Stadt, eurer Mutter beigestanden in vielen Kämpfen gegen die Türken und habt über sie gesiegt! O ihr venezianischen Brüder, zeiget eure Tapferkeit mit dem Schwerte, mit dem ihr schon so oft das Blut der Türken vergossen habt, wie etwa Loredano, der venezianische Gentiluomo, der der Generalkapitän eurer Armada war und mit den Galeeren der Feinde gekämpft und sie vernichtet hat: Gürtet euch denn auch ihr, die ihr hier bei uns seid, mit euren Schwertern zu diesem ehrenvollen Kampfe, auf daßß ihr geehrt werdet von Gott und den Menschen! Und ihr, ihr übrigen Männer, die ihr in den Kampf geht: Gehorchet euren Hauptleuten und Vorgesetzten und seid wohl eingedenk, dass dies der Tag ist, an dem ihr Ehre erringen möget, denn wenn ihr einen Tropfen eures Blutes vergießt, so werdet ihr dafür die Krone des Märtyrertums gewinnen, die unvergänglich ist!"

Aus der Chronikon Anonymous Zoras

Am nächsten Tag, den schwarzen Dienstag 29. Mai 1453 starb der Kaiser tapfer im Kampf.

17.12.06 19:07
 
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